Kohlendioxid-Emissionen
USA: Tun mehr als andere in der Klimapolitik

Die USA haben auf der UN-Klimakonferenz in Buenos Aires ihre umstrittene Klimapolitik verteidigt. Sie beanspruchten zugleich eine führende Rolle bei der Bekämpfung der Erderwärmung. „Wir tun mehr als viele der Kyoto-Staaten“, sagte US-Unterhändler Harlan Watson.

HB BUENOS AIRES. „Die USA haben einen anderen Weg eingeschlagen, aber wir werden effektive Maßnahmen zum Klimaschutz ergreifen und bleiben den Zielen des Kyoto-Protokolls verpflichtet“, fügte Watson hinzu. Die USA werden von vielen Seiten heftig kritisiert, weil sie nach Angaben der Weltenergieagentur in Paris 23,5 Prozent aller Kohlendioxid-Emissionen weltweit verursachen. Pro Kopf ist das etwa doppelt so viel wie in Deutschland. Seit 1990 sind die US-Emissionen um 14 Prozent gestiegen und klettern weiter.

Dem Kyoto-Protokoll, das erstmals verbindliche Obergrenzen und Reduzierungsziele bis 2012 für Emissionen festlegt, hatten die USA im März 2001 den Rücken zugegekehrt. Nach diesem Vertragswerk hätten sie ihre Emissionen bis 2012 um 7 Prozent unter den Stand von 1990 bringen sollen. Verhandlungen über ein Kyoto-II für die Zeit nach 2012 lehnte Watson als „verfrüht“ ab. Das Kyoto-Protokoll, das nach der Ratifizierung durch Russland nun am 16. Februar 2005 in Kraft tritt, hat wegen des Rückzuges der USA eine geringere Bedeutung für den Klimaschutz als ursprünglich vorgesehen. Dennoch wird es von vielen Experten als wichtiger erster Schritt angesehen.

Während die Kyoto-Vereinbarungen erstmals Obergrenzen für Treibhausgas-Emissionen und verbindliche Reduzierungsziele festsetzt, arbeiten die USA mit dem Begriff der Kohlendioxid-Intensität. So wollen sie während der nächsten zehn Jahre die Emissionen um 18 Prozent je Dollar des Bruttoinlandsprodukts senken. Ob dies auch eine Reduzierung des Gesamtausstoßes an Klimagasen bedeutet, hängt damit vom Wirtschaftswachstum ab. Er könne deshalb auch nicht sagen, wann die USA erstmals in absoluten Zahlen sinkende Emissionen von Treibhausgasen vorweisen könnten, räumte David Cornover vom US-Energieministerium. Watson hob auch die „großen Anstrengungen der USA“ im Bereich der Forschung hervor. Insgesamt stellten die USA jedes Jahr 5,8 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro) für Klimaprogramme zur Verfügung, sagte er.

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