Kohlendioxidemissionen
Lettland kritisiert Klimapolitik der EU

Lettland hat unmittelbar vor dem Energiegipfel grundsätzliche Bedenken gegen die EU-Strategie angemeldet. Die angestrebte Reduzierung der Klimagas-Emissionen und die stärkere Nutzung erneuerbarer Energie dürfe nicht dazu führen, dass kleinere Mitglieder der Gemeinschaft noch abhängiger von Russland werden, sagte Wirtschaftsminister Jurij Strods dem Handelsblatt.

HB DÜSSELDORF. Die EU-Kommission und die deutsche Ratspräsidentschaft wollen die Kohlendioxidemissionen bis 2020 um 20 Prozent reduzieren und den Anteil erneuerbarer Energien auf 20 Prozent bringen. Gundsätzlich unterstütze Lettland beide Ziele, sagte Strods. Dabei müssten aber die Besonderheiten der kleinen und neuen Mitgliedsländer berücksichtigt werden. Wenn Lettland seine Emissionen um weitere 20 Prozent senken müsste, würde das die Abhängigkeit von Russland weiter erhöhen.

Schon jetzt importiert das neue EU-Mitglied ein Drittel seiner Energie. Zudem habe Lettlands Wirtschaft großen Nachholbedarf und wachse rasch. "Die Probleme mit der Verlässlichkeit Russlands als Energielieferant sind aber bekannt", sagte Strods. Um Lettlands Bedarf zu decken und die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren, müsste das Land eigentlich Kohlekraftwerke bauen – was mit der EU-Energiepolitik aber nicht mehr vereinbar sei. Riga prüfe zudem, sich mit Polen am Bau eines neuen Reaktors im litauischen Ignalina zu beteiligen. Die Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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