Koizumi: "Wir werden uns nicht dem Terror beugen"
Japanische Diplomaten in Irak erschossen

In Nordirak sind zwei japanische Diplomaten erschossen worden. Im Westen des Landes starben zwei US-Soldaten bei einem Angriff.

HB BERLIN. Zwei japanische Diplomaten sind am Samstag in der Nähe der nordirakischen Stadt Tikrit getötet worden. Nach Angaben eines US-Militärsprechers wurden sie erschossen, als sie anhielten, um etwas zu essen zu kaufen. Der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi zeigte sich empört und entschlossen. Japan werde Irak trotz des Vorfalls weiter beim Wiederaufbau unterstützen. «Wir werden unsere Politik nicht ändern und uns nicht dem Terror beugen», sagte Koizumi.

Die beiden Diplomaten - ein 45-jähriger und ein 30-jähriger Mitarbeiter der japanischen Botschaft - wollten nach Angaben der japanischen Außenministerin Yoriko Kawaguchi an einer Konferenz zum Wiederaufbau Iraks in Tikrit teilnehmen. Ihr Fahrer wurde bei dem Angriff schwer verletzt. Es waren die ersten Japaner, die seit Kriegsbeginn in Irak ums Leben gekommen sind.

US-Außenminister Colin Powell sprach Japan indessen sein Beileid aus. Powell habe dem japanischen Außenminister Yoriko Kawaguchi in einem Telefonat versichert, dass die USA alles in ihren Möglichkeiten Stehende tun würden und Personal für die Zusammenarbeit mit Japan abstellen würden, erklärte das Außenministerium in Tokio.

Auch die Bundesregierung verurteilte ebenfalls die jüngsten Anschläge auf US-Soldaten und westliche Alliierte in Irak. «Unsere Gedanken sind bei all jenen, die Angehörige und Freunde verloren haben», erklärte Außenminister Joschka Fischer (Grüne) am Sonntag in Berlin. Fischer sprach von verbrecherischen Anschlägen und Überfällen. Bundeskanzler Gerhard Schröder zeigte sich in einem Beileidstelegramm an den spanischen Ministerpräsidenten José Maria Aznar am Sonntag bestürzt über den Tod spanischer Geheimdienstmitarbeiter. Sie seien Opfer eines «feigen Anschlags» geworden, hieß es in Schröders Schreiben.

In Japan wird derzeit kontrovers über die Entsendung von Soldaten nach Irak debattiert. Am Freitag hatte das Verteidigungsministerium erklärt, die Lage in Südirak, wo die japanischen Einheiten eingesetzt werden sollen, sei «ziemlich stabil».

Unterdessen meldet die US-Armee einen erneuten Angriff auf einen ihrer Konvois im Westen Iraks. Dabei wurden den Angaben zufolge zwei amerikanische Soldaten getötet, ein weiterer wurde verletzt. Laut US-Angaben vom Sonntag griffen Aufständische die Soldaten am Samstag in der Nähe der syrischen Grenze, östlich von Husaibah, mit Panzerabwehrraketen und Maschinengewehren an.

Ebenfalls am Samstag wurden sieben spanische Geheimdienstmitarbeiter getötet. Unbekannte griffen ihren Konvoi südlich von Bagdad mit Granaten und Schusswaffen an.

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