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13.03.2007 
Robuster Wirtschaftsaufschwung

Kolumbien erlebt einen Boom

von Anne Grüttner

Im von Krisen und Gewalt gezeichneten Kolumbien keimt Hoffnung auf. Das Land erlebt einen außergewöhnlich robusten Wirtschaftsaufschwung, die Unternehmer sind nahezu euphorisch. Die guten Wirtschaftsdaten stehen in krassem Gegensatz zum schlechten Ruf das Landes.

US-Präsident George Bush war aus Sicherheitsgründen nur sechs Stunden zu Besuch bei Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe. Foto: dpaLupe

US-Präsident George Bush war aus Sicherheitsgründen nur sechs Stunden zu Besuch bei Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe. Foto: dpa

BUENOS AIRES. Kolumbiens Wirtschaft ist 2006 um satte sieben Prozent gewachsen, das ist die höchste Rate seit 30 Jahren. Getragen wird dieses Wachstum vor allem von Investitionen, die im letzten Jahr 25 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmachten.

Die guten Wirtschaftsdaten stehen in krassem Gegensatz zum schlechten Ruf das Landes, dass in der Vergangenheit eher durch negative Schlagzeilen auffiel. Auch anlässlich der Stippvisite von US-Präsident George W. Bush am Sonntag, die aus Sicherheitsgründen nur sechs Stunden dauerte, berichteten die internationalen Medien vor allem über den Drogenkonflikt, der das Land im geographischen Zentrum Lateinamerikas seit Jahrzehnten gebeutelt hat. Und auch die unvermeidlichen Anti-Bush-Demonstrationen in der Hauptstadt Bogota schafften es in die Nachrichten.

Dass das bevölkerungsmäßig drittgrößte lateinamerikanische Land nach Brasilien und Mexiko wirtschaftlich aufblüht, fällt häufig unter der Tisch. Der wichtigste Grund für das hohe Wachstum ist laut Luis Carlos Villegas Echeverri, Präsident des Nationalen Unternehmerverbands ANDI, die dramatisch verbesserte Sicherheitslage. Die Mordrate sank im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 36,7 Morde pro 100 000 Einwohner, die niedrigste Rate seit 1990. In den vier größten Städten des Landes betrug der Rückgang sogar neun Prozent. Auch die Entführungen nahmen stark ab: Im letzten Jahr wurden 282 Entführungen gemeldet, 24 Prozent weniger als 2005.

Die Verbesserung in der Sicherheitslage ist vor allem auf die Demobilisierung der Paramilitärs zurückzuführen. Im Rahmen eines Friedensabkommens mit der Regierung von Präsident Alvaro Uribe wurden letztes Jahr insgesamt 32 000 Paramilitärs demobilisiert und 17 000 Waffen eingesammelt. Die andere große terroristische Vereinigung Kolumbiens, die linke Guerillagruppe FARC, kann sich zwar bisher nicht mit der Regierung auf einen Friedensprozess einigen, doch gelang es mit einem großen sicherheitspolitischen Aufwand, nicht zuletzt dank der US-Finanzhilfe im Rahmen des „Plan Kolumbien“, die Guerillagruppen aus den besiedelten Regionen des Landes an die Randgebiete zurückzudrängen.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Attraktiv für Investoren ist Kolumbien auch wegen einer vorsichtigen Privatisierungspolitik.

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