Kolumbien
Sprengsatz legt Export von Kohle still

Der Kohle-Export in Kolumbien ist wegen eines Guerilla-Anschlags ausgesetzt. Der Bergbau- und Energieminister des Landes, Mauricio Cárdenas, beziffert den täglichen Millionen-Verlust.
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BogotáEin Guerrilla-Anschlag gegen einen Güterzug hat Kolumbiens Kohleexport lahmgelegt. Bei der Explosion eines Sprengsatzes entgleiste ein Zug auf der Strecke von El Cerrejón nach Puerto Bolívar, wo die Produktion des größten Kohletagebaus der Welt verschifft wird.

Nach Angaben der Bergbau-Betreiber vom Sonntag wurde bei dem Anschlag niemand verletzt. Für den Anschlag machten die Behörden die linksgerichteten „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (Farc) verantwortlich.

Kolumbiens Bergbau- und Energieminister Mauricio Cárdenas erklärte dem Sender Radio Caracol, 250 Meter Gleise seien zerstört worden. Damit sei der tägliche Export von jeweils 10 000 Tonnen Kohle gestoppt, was einen Verlust von jeweils vier Millionen Dollar bedeute. Gegen die 150 Kilometer lange Bahnverbindung vom Kohlewerk El Cerrejón nach Puerto Bolívar wurden seit der Inbetriebnahme in 1984 über 15 Anschläge verübt, die der Farc zugeschrieben werden.

Die kolumbianische Linksguerilla FARC hat im November drei Polizisten und einen Soldaten erschossen, als eine Spezialeinheit die Gefangenen befreien wollten. Präsident Juan Manuel Santos sprach von einem „fürchterlichen Verbrechen“, das alle Kolumbianer und die internationale Gemeinschaft verurteilen müssten.

Den Angaben der Verteidigungsministeriums zufolge war die Spezialeinheit bereits seit Monaten den FARC-Rebellen auf den Fersen, in deren Hand sich die Polizisten und der Soldat in den Tiefen des Dschungels im Departement Caquetá befanden. Die vier Sicherheitskräfte waren zwischen 1997 und 1999 entführt worden. Ihre Entführer hatten die Männer mit Ketten an einen Baum gefesselt. Als die Rebellen das Sonderkommando entdeckten, schossen sie ihren Geiseln in Kopf und Rücken und flohen anschließend.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Klaus Ehringfeld
Klaus Ehringfeld
Handelsblatt / Korrespondent

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