Kommandoaktion vom Irak aus
Syrien protestiert gegen mutmaßlichen US-Luftangriff

Syrien hat gegen einen mutmaßlichen US-Luftangriff protestiert, bei dem nach syrischen Angaben neun Zivilisten starben und 14 verletzt wurden.

HB DAMASKUS. Am frühen Abend seien über dem Dorf Al-Sukkarija, rund acht Kilometer von der irakischen Grenze entfernt, vier US-Militärhubschrauber gesichtet worden, berichteten Augenzeugen. Zwei Hubschrauber seien gelandet. Acht Soldaten seien ausgestiegen und hätten die Männer erschossen, bei denen es sich angeblich um Bauarbeiter gehandelt haben soll, sagten Anwohner aus der Region Al-Bukamal.

Die „Los Angeles Times“ berichtete auf ihrer Internetseite, mehrere Vertreter des US-Militärs in Washington hätten nicht dementiert, dass die Aktion stattgefunden habe. Auch wenn sie den Angriff nicht hätten bestätigen wollen, hätten sie eine Sprache benutzt, die typischerweise nach Einsätzen geheimer Spezialkommandos verwendet werde.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die US- Einheit habe ein im Bau befindliches ziviles Gebäude attackiert. Bei den Opfern handele es sich um Bauarbeiter und die Ehefrau eines Wächters. Nach dem Angriff flogen die Hubschrauber laut Sana von der Provinz Deir al-Zor in Richtung Irak.

Die Geschäftsträgerin der US-Botschaft in Damaskus, Maura Connelly, wurde am Sonntagabend in das syrische Außenministerium zitiert. Dort sei ihr eine offizielle Protestnote überreicht worden, verlautete aus US-Botschaftskreisen in der libanesischen Hauptstadt Beirut.

Ein Krankenhausarzt in einer nahe gelegenen Klinik hatte zunächst erklärt, es seien sieben Leichen und vier Verletzte in die Klinik gebracht worden.

Sollten sich die Augenzeugenberichte über die Attacke bestätigen, so wäre dies der erste Angriff von US-Soldaten aus dem Irak auf syrischem Boden. Die US-Regierung wirft der syrischen Führung unter Präsident Baschar al-Assad seit Jahren vor, sie erlaube Terroristen, über ihre Grenze in den Irak einzudringen. Nach Angaben der irakischen Regierung bemüht sich Syrien jedoch seit einigen Monaten, den Zustrom von Extremisten in das Nachbarland zu unterbinden.

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