Kommentar Der Westen muss in Libyen eingreifen

Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Der Westen muss das unterbinden – mit einer militärischen Intervention. Ein Kommentar von Christoph Rabe
13 Kommentare
Christoph Rabe ist Handelsblatt-Kolumnist. Quelle: Pablo Castagnola

Christoph Rabe ist Handelsblatt-Kolumnist.

(Foto: Pablo Castagnola)

Muammar el Gaddafi massakriert sein eigenes Volk – und der Westen schaut ratlos zu. Wie soll er dem libyschen Diktator nur beikommen? Immer schärfer werden die Forderungen nach einer Intervention, die Rebellen verlangen mehr Unterstützung. Aber Uno und Nato zögern. Und solange sich die USA nicht klipp und klar für ein militärisches Vorgehen aussprechen, dürfte sich daran auch wenig ändern.

In Washington weiß man, wie heikel eine Intervention in Libyen ist. Mit der Invasion im Irak und dem Krieg in Afghanistan haben sich die USA in der arabischen Welt keine Freunde gemacht und in den betroffenen Ländern keinen Frieden geschaffen. Zwar plädiert mittlerweile selbst die Arabische Liga für eine Flugverbotszone über Libyen. Aber ganz ohne Gewaltanwendung lässt sich die kaum durchsetzen. Davor schrecken die USA – noch – zurück. Zumal sie für Militäraktionen kaum mit der Zustimmung Chinas und Russlands rechnen können.

Aber wie lange können sie eine Entscheidung noch hinauszögern? Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Und er hat sogar die Chuzpe, den Europäern mit einer Flüchtlingswelle aus dem afrikanischen Kontinent zu drohen, falls sie ihre Sanktionen verschärfen. Wenn EU und USA, die beide den Regimewandel fordern, nicht nur leere Drohungen ausstoßen wollen, müssen sie jetzt bald handeln. Auch wenn das schwerfällt.

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13 Kommentare zu "Kommentar: Der Westen muss in Libyen eingreifen"

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  • Wenn das richtig waere, was Sie da schreiben AS1, kaeme die Welt aus militaerischen Interventionen wg.(gegenseitig) "angerichteter Schlamassel" schlicht gar nicht mehr raus. Und, das waere ein Graus.
    Anderseits, und wie Mozart schon in seiner Oper feststellte, 'cosi fan tutte'.

  • Wir (Europäer und Amerikaner) haben dieses Schlamassel erst angerichtet. Wir haben Gaddafi (und andere) mit Geld und Waffen beliefert und finanziell unterstützt. Nun haben wir auch die Pflicht, diesen Fehler wieder gut zu machen. Ja, auch militärisch.

    Der nächste Schritt ist, die heuchlerische Doppelmoral zu bestrafen. D. h. die Verantwortlichen für die Waffenlieferungen zu bestrafen. Dort liegt das eigentliche Problem. Wer sind denn die 5 größten Waffenexporteure dieser Welt? USA, China, Russland, Frankreich und Deutschland! Da muss als nächstes angesetzt werden. Das Öl ist in diesem Zusammenhang vergleichsweise harmlos.

  • Gaddafi wird so lange dort sitzen bleiben, bis er militärisch dort heraus operiert wird! Eine andere Lösung wird es nicht geben. Freiwillig wird er jedenfalls nicht abtreten. Je länger die Welt zu sieht, umso größer wird der Schaden sein. Momentan kann Gaddafi mit dem Westen spielen und seine Medien-Inszenierungen und seine Propaganda-Filmchen nach Lust und Laune gestalten. Wenn der Westen glaubt, mit Aussitzen wird sich etwas ändern, ist das eine Fehleinschätzung.

  • @ kapitän1936
    "... Wir sind für die Toten mit verantwortlich. ..."

    Replik: Also, ich kann dazu nichts bzgl. Verantwortlichkeiten seitens Kapitaenen sagen.
    Aber, nun mal Butter bei die Fische; Wieso das denn?

  • @ margrit117888
    "Die gesamte westliche Welt hat sich da absolut raus zu halten."

    Replik: Womit tanken Sie denn daheim Ihr Kfz, wie heizen Sie denn Ihre Whg.?

    "Wann begreifen dass die hirnkranken Gutmenschen bei uns eigentlich endlich mal? Was ist denn bloß los, dass ständig nach Truppen gerufen wird, wenn irgendwo mal die Hütte brennt?"

    Replik: Ganz ruhig bleiben, margrit117888. "Rufen" ist auch eine Spielart der Meinungsfreiheit. Das ist i.O..
    Und solche Rufe bei "brennenden Huetten" werden ja, aus der Erfahrung, nur dann "Loescherhoehrt", wenn oekonomische Interessen von "Feuerwehren" vorrangig sind. Daran aendern auch pathologische Phaenomene nichts.

  • @ Christoph Rabe
    "Aber wie lange können sie eine Entscheidung noch hinauszögern?"

    Antwort: Das haengt zuvorderst v.Oelpreis, d.h. vom global vorhandenen, lieferbaren "Oekonomieblut" ab.
    Muesste ein Kommentator beim Handelsblatt doch ruckzuck bei den VWL-&Maerkte-Fachkollegen i.d. Bueros nebenan erfragen koennen!?

  • Die gesamte westliche Welt hat sich da absolut raus zu halten.
    Wenn wir helfen wollen, sollten wir Hilfstruppen hinschicken, um die Menschen ärztlich zu versorgen und evtl. für Nahrung zu sorgen. Mehr nicht.
    Wir ahben weder auf dem Balkan wirklich für Ruhe udn Frieden gesorgt noch in Afghansistan.
    Wann begreifen dass die hirnkranken Gutmenschen bei uns eigentlich endlich mal?
    Wenn bei uns ein Bürgerkrieg käme, weil wir unsere nichtsnutzigen Politikr weg haben wollen, hat auch niemand Fremdes einzugreifen.
    Was sit denn bloß los, dass ständig nach Truppen gerufen wird, wenn irgendwo mal die Hütte brennt?

  • Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. So machen es die Affen.

  • Die Politik labert und labert und mitlerweile werden von Gaddafi täglich
    mehr und mehr Menschen ermordet.
    Kuddel

  • Wie lange will die Welt noch zuschauen wenn
    ein Verbrecher in Libyen ein Volk vernichtet. Wir sind für die Toten mit ver-
    antwortlich. Nur ein Bombergeschwader zusammengesetzt aus mehreren EU-Ländern sollte nur einen Flug nach Tripoli machen
    und Ghadafi bombadieren. Damit er auch getroffen wird sollten mehrere Plätze auf einmal bombardiert werden.
    Kuddel

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