Kommentar
Der Westen muss in Libyen eingreifen

Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Der Westen muss das unterbinden – mit einer militärischen Intervention. Ein Kommentar von Christoph Rabe
  • 13

Muammar el Gaddafi massakriert sein eigenes Volk – und der Westen schaut ratlos zu. Wie soll er dem libyschen Diktator nur beikommen? Immer schärfer werden die Forderungen nach einer Intervention, die Rebellen verlangen mehr Unterstützung. Aber Uno und Nato zögern. Und solange sich die USA nicht klipp und klar für ein militärisches Vorgehen aussprechen, dürfte sich daran auch wenig ändern.

In Washington weiß man, wie heikel eine Intervention in Libyen ist. Mit der Invasion im Irak und dem Krieg in Afghanistan haben sich die USA in der arabischen Welt keine Freunde gemacht und in den betroffenen Ländern keinen Frieden geschaffen. Zwar plädiert mittlerweile selbst die Arabische Liga für eine Flugverbotszone über Libyen. Aber ganz ohne Gewaltanwendung lässt sich die kaum durchsetzen. Davor schrecken die USA – noch – zurück. Zumal sie für Militäraktionen kaum mit der Zustimmung Chinas und Russlands rechnen können.

Aber wie lange können sie eine Entscheidung noch hinauszögern? Gaddafi macht sich in aller Ruhe daran, einen Ort nach dem anderen zurückzuerobern. Und er hat sogar die Chuzpe, den Europäern mit einer Flüchtlingswelle aus dem afrikanischen Kontinent zu drohen, falls sie ihre Sanktionen verschärfen. Wenn EU und USA, die beide den Regimewandel fordern, nicht nur leere Drohungen ausstoßen wollen, müssen sie jetzt bald handeln. Auch wenn das schwerfällt.

Seite 1:

Der Westen muss in Libyen eingreifen

Seite 2:

Libyen darf kein zweites Somalia werden

Kommentare zu " Kommentar: Der Westen muss in Libyen eingreifen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn das richtig waere, was Sie da schreiben AS1, kaeme die Welt aus militaerischen Interventionen wg.(gegenseitig) "angerichteter Schlamassel" schlicht gar nicht mehr raus. Und, das waere ein Graus.
    Anderseits, und wie Mozart schon in seiner Oper feststellte, 'cosi fan tutte'.

  • Wir (Europäer und Amerikaner) haben dieses Schlamassel erst angerichtet. Wir haben Gaddafi (und andere) mit Geld und Waffen beliefert und finanziell unterstützt. Nun haben wir auch die Pflicht, diesen Fehler wieder gut zu machen. Ja, auch militärisch.

    Der nächste Schritt ist, die heuchlerische Doppelmoral zu bestrafen. D. h. die Verantwortlichen für die Waffenlieferungen zu bestrafen. Dort liegt das eigentliche Problem. Wer sind denn die 5 größten Waffenexporteure dieser Welt? USA, China, Russland, Frankreich und Deutschland! Da muss als nächstes angesetzt werden. Das Öl ist in diesem Zusammenhang vergleichsweise harmlos.

  • Gaddafi wird so lange dort sitzen bleiben, bis er militärisch dort heraus operiert wird! Eine andere Lösung wird es nicht geben. Freiwillig wird er jedenfalls nicht abtreten. Je länger die Welt zu sieht, umso größer wird der Schaden sein. Momentan kann Gaddafi mit dem Westen spielen und seine Medien-Inszenierungen und seine Propaganda-Filmchen nach Lust und Laune gestalten. Wenn der Westen glaubt, mit Aussitzen wird sich etwas ändern, ist das eine Fehleinschätzung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%