Kommentar
Europa braucht mehr Solidarität mit Pleite-Staaten

Alle Versuche, dass deutsche Interesse an Rettungspaketen für schwache Euro-Länder herauszustreichen, führen in die Irre. Letztlich wird die Politik dadurch nur unglaubwürdig.
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Wer einen Krieg gewinnen will, muss als Erstes klare Kriegsziele benennen. Dieser Grundsatz wird oft zitiert und selten eingehalten. Für die Strategien zur Überwindung von schweren Krisen gilt dasselbe.

Die Politiker in Berlin reden uns ständig ein, es gehe darum, den Euro zu retten. So argumentieren die Befürworter von Rettungspaketen für schwache Länder – und die Gegner zum Teil auch schon. Aber ist denn der Euro ein Selbstzweck? Geht es nicht um andere Dinge, etwa – um einen altmodischen Begriff zu benutzen – um Solidarität?

Wer ständig betont, dass wir für den Euro Milliarden an Garantien geben müssen, der erreicht das Gegenteil von dem, was er eigentlich will. Damit überzeugt man keinen Skeptiker von Hilfspaketen. Viel eher ist eine durchaus logische Reaktion die Folge: Wenn der Euro so ein großes Problem ist, dann müssen wir dieses Problem beseitigen. Die Wahl in Finnland sollte eine Warnung sein.

Ohne den Euro, heißt es dazu aus Berlin, könnten unsere Unternehmen nicht mehr so schön billig exportieren, weil wir dann eine stärkere Währung hätten. Ohne den Euro bricht unser Wohlstand zusammen; manche befürchten gleich Unfrieden in Europa, verweisen auf die Kriege des vergangenen Jahrhunderts. Stimmt alles ein bisschen. Aber haben wir in der Zeit vor dem Euro nicht auch exportiert und friedlich zusammengelebt?

Vielleicht geht es gar nicht um die Währung, sondern um die heimischen Banken. Diese These ist schon häufiger aufgetaucht, zuletzt im „Economist“. Viele deutsche Geldhäuser, vor allem die Landesbanken, haben Papiere von schwachen Euro-Staaten gekauft, heißt es. Wenn einer dieser Staaten pleitegeht, so lautet die These, gefährdet das unsere Finanzbranche. Stimmt wahrscheinlich ein bisschen. Aber nicht einmal die Finanzaufsicht hat allzu große Angst davor.

Man sollte offen sagen: Es geht darum, den Menschen zu helfen. Es stimmt: Die Griechen haben Statistiken gefälscht. Aber nicht alle Griechen waren daran beteiligt. Und die Amerikaner – einmal muss man doch historisch zurückblicken – haben den Deutschen auch geholfen, nachdem sie mehr verbrochen hatten als ein paar Zahlentricksereien.

Wenn man dieses Ziel offen benennt und mutig dafür wirbt, sollte es auf längere Sicht sogar leichter sein, Rückhalt dafür zu bekommen. Nur so kann man davon loskommen, immer wieder akute Notsituationen abzuwarten, um dann hektisch und undemokratisch zu reagieren. Dann ist es auch leichter, das große Problem anzugehen, das mit allen Hilfen verbunden ist: dass sie schnell zur Gewohnheit werden und dass sie mehr und mehr wachsen und die Geber überfordern.

Verschämte Hilfen kommen intransparent daher. Und sind umso gefährlicher: Oft ist das Risiko geringer, einem Freund etwas zu leihen oder sogar zu schenken, als für ihn unter komplizierten Bedingungen zu bürgen.

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  • Die PIGS&FROGS verhungern doch nicht! Und wie hoch deren Wohlstand ist und wieviele Schwimmbäder und Museen die haben, ist deren DING!

    Mit anderen Worten: Wenn die PIGS&FROGS zu dumm und/oder zu faul sind, den gleichen Wohlstand wie Finnland oder Deutschland zu erbringen, dann leben sie halt schlechter.

    Das gilt für Privatleute und muß auch für Staaten gelten.

    Jeder vernünftige Mensch ist gegen diese ewig einzeitige Solidarität mit den faulen PIGS&FROGS (illegaler Rettungsschirm)!

    Diese Länder brauchen kein Geld, sondern einen Tritt!

  • das ist die beste und einzige wahre Anwort.
    Genau so ist es nämlich.
    Das Geplapper mit Export und Exportüberschüssen ist für Dumme.
    Zu DM-Zeiten lag unser Export bei ca. 44% und die Gewinne blieben im Land.
    Seit Euro ist der Export 41% und die Überschüsse verbleiben im Ausland und werden somit unserem Binnemarkt entzogen.
    Der Journalistennachwuchs scheint auch nicht mehr viel zu taugen.
    Aber solche Ungenauigkeiten sollte man nicht im Handelsblatt schreiben

  • Natürlich geht es uum einen solidarischen Zusammenhalt aller EU-Staaten. Dieser ist aber von sich selber unsolidarisch verhaltende Politiker kaum zu realisieren. Schließlich kann auch ein Blinder einem Tauben kaum die Vielfalt der Blumenpracht übermitteln.

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