Kommentar Kompromiss ist erst der Anfang

Die US-Politiker haben sich auf einen Kompromiss geeinigt - kurz vor der Staatspleite. Das Schlimmste wurde also verhindert. Das ist in den USA aber nicht nur die gute, sondern auch die schlechte Nachricht des Abends.
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Wie wird etwa Standard & Poor's die US-Pläne aufnehmen? Quelle: dpa

Wie wird etwa Standard & Poor's die US-Pläne aufnehmen?

(Foto: dpa)

New YorkDie Erleichterung an der Wall Street und an den übrigen Handelsplätzen weltweit ist an diesem Sonntagabend mit Händen zu greifen. Auf den allerletzten Metern haben sich Republikaner und Demokraten auf eine Anhebung des Schuldenlimits verständigt. Der drohende Zahlungsausfall der USA ist damit abgewendet. Die Märkte in Asien feiern die Einigung bereits mit Kursgewinnen, obwohl die letzten Abstimmungen in beiden Kammern des US-Parlamentes noch ausstehen.

Und die Erleichterung ist berechtigt, weil das Schlimmste verhindert wurde. Leider ist letzteres aber auch die schlechte Nachricht des Abends. Es wurde lediglich das Schlimmste vermieden.

Beim zweiten großen Ziel beider Parteien, einem Haushaltssanierungsgesetz zur Lösung der langfristigen Schuldenproblematik, hat es nur für einen dünnen Kompromiss gereicht. Statt der ursprünglich angepeilten Einsparungen und Einnahmeverbesserung im Volumen von vier Billionen Dollar über zehn Jahre, hat man sich lediglich auch eine Billion verständig. Weitere rund 1,2 Billionen soll eine Kommission bis November dieses Jahres durch Vorschläge für Ausgabenkürzungen beschaffen.

Wichtig ist das Volumen des Haushaltssanierungsgesetzes, weil dies kein „normaler“ politischer Kompromiss ist, bei dem man hinterher lediglich dem Wähler weismachen muss, dass er eine gute Lösung ist. Dieses Mal stehen die Ratingagenturen als Richter daneben.

Und vor allem Standard & Poor’s hatte sich implizit darauf festgelegt, dass das Haushaltssanierungsgesetz ein Volumen von vier Billionen Dollar haben müsse. Spätestens wenn die letzten Abstimmungen beider Kammern gelaufen sind, werden die Agenturen Farbe bekennen müssen. Können Sie mit den USA so konsequent sein wie mit Griechenland, Irland und Portugal?

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5 Kommentare zu "Kommentar: Jetzt müssen die Ratingagenturen Farbe bekennen!"

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  • Genau wie bei Moody´s! Die USA legen einen Sparplan vor, der Einsparungen von vielleicht nicht mal einer Billion bringt, und für Moody´s ist wieder alles wunderbar, das ist ja eine mehr als offensichtliche Farce.

    Das ist auch genau der Grund, waum die Ratingagenturen keine objektiven Bewertungen vornehmen können, weil sie nicht unabhängig sind sondern unter dem Einfluss der amerikanischen Lobbyistengruppen stehen.

    Ich brauche mir nur die makroökonomischen Fundamentaldaten in Europa aufrufen,und sehe sofort das hier keiner nach Fundamentaldaten objektiv bewertet, wenn über Länder wie Italien oder Spanien diskutiert wird.

    Wie der Herr Autor es im letzten Satz ausgedrückt hat, kommt jetzt die Nagelprobe ob die Agenturen bei den USA genauso mutig sind in Sachen Abstufung wie sie das bei Europa praktizieren!

  • Was bitte schön sollte denn sonst passieren? Die Ratingagenturen schneiden sich doch nicht ins eigene Fleisch^^

    Es ist wie immer - die Reichen werden noch reicher und die Staatsschulden werden auf die Armen verteilt. Systembedingt geht das allerdings nur so lange gut, bis unten kein Kapital mehr da ist,weil alles bei den Reichen in den Tresoren liegt^^. Aber naja... um das hinauszuzögern hat man ja das Zinseszinssystem erfunden, das es erlaubt immer mehr Geld zu "drucken"(Damit von unten wieder was nachfließen kann). Unser Geldsystem ist doch schon lange nicht mehr mit Gegenwerten gedeckt (wie es bei einem "Tauschhandel" eigentlich sein sollte), wie auch da Zins und Zinseszins nunmal keinen Gegenwert besizten, sondern beruht allein auf der Erhöhung der Schulden des "gemeinen" Volkes. Nur wird das Konstrukt irgendwann zusammenfallen und Große Depression der 30ger Jahre wird sich wiederholen.

    Mal schauen, wie lange das noch dauert^^ - ich frchte nicht mehr allzu lange

  • Warum? Das US-Rating hat doch in Wirklichkeit überhaupt nichts mit dieser Einigungsshow zu tun. Moody's hat es doch schon vorgemacht. Die USA können ihr AAA-Rating behalten. Wir erleben täglich immer neue Versuche, uns für dankbare Idioten zu halten. Und die meisten funktionieren sogar. Politiker, Ökonomen, Medien, sei Dank. Wer jetzt nicht langsam aufwacht, ist selber schuld.

  • Die Staatsverschuldung ist die Verdienstquelle für Reiche. Das einmal verdiente Geld will man nicht mehr verlieren und keinem Risiko aussetzen. Man verleit es an den Staat. Deshalb sind Staatsschulden politisch so willkommen bei den Interessenvertretern der Reichen. Kein Geld für Kinder weil ja die Reichen die Kohle mit als Zinsen abschöpfen. Schönes Ding. Lobbyismus machts möglich.

    Alles in Maßen. Auch der Staat soll mit Krediten arbeiten. Aber das Ausmaß in den USA wie in Europa richtet sich faktisch gegen die Mehrheit der Wähler.

    So war die Kriese in den USA ein Mittel des Verteilungskampfes Reich gegen Arm. Und offensichtlich war Obama damit nicht so erfolgreich wie Clinton seinerzeit. Die Reichen haben wohl gesiegt.

  • Die Ratingagenturen sind privat, provitorientiert und KORRUPT !
    Wer das noch nicht weiß.......
    Wenn sie runterraten, dann deshalb weil sie es sollen bzw. befohlen gekriegt haben....
    Die USA machen bald einen RESET....die Ratingagenturen dürfen dann das verlogene AAA runternehmen....

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