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Kommentar: Newt Gingrich verliert Florida und erntet, was er säte

Geschlagen mit den eigenen Mitteln: Newt Gingrich hat bei den Vorwahlen in Florida eine herbe Niederlage einstecken müssen. Seine Chancen auf eine Kandidatur schwinden. Aber er benimmt sich nicht entsprechend.

Newt Gingrich mit seiner Frau Callista auf der Wahlparty in Florida. Quelle: AFP
Newt Gingrich mit seiner Frau Callista auf der Wahlparty in Florida. Quelle: AFP

MiamiFünf mal mehr Geld hat Mitt Romney in den Wahlkampf in Florida gesteckt als Newt Gingrich. Und fünf mal soviel Gift hat Romney über Gingrich verspritzt wie es umgekehrt der Fall war. Aus der Niederlage in South Carolina vor zehn Tagen hat damit der Ex-Gouverneur von Massachusetts eine klare Lehre gezogen. Gegen den Faustkämpfer Gingrich lässt sich nur gewinnen, wenn man statt des Floretts die Bazooka benutzt. Und in Florida hat dieses Rezept funktioniert. Romney hat Gingrich nicht nur besiegt, er hat ihn abgehängt.

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Ob Florida schon die Vorentscheidung war? Gut möglich – wenngleich der eigentliche Stichtag der 6. März sein wird, wenn am so genannten „Super Tuesday“ in zehn Bundesstaaten gewählt wird. Doch ob Newt Gingrich tatsächlich noch ein drittes Comeback gelingen sollte – nach den jeweils abgebrochenen Höhenflügen aus dem Dezember und in South Carolina - ist mehr als fraglich. Zum einen hat Romney in den letzten Wochen gelernt, wie man einen schmutzigen und effektiven Wahlkampf führt. Und zum anderen hat Newt Gingrich Nerven gezeigt wie nie zuvor. Er ist mit seinen permanenten Verbalattacken nahezu Amok gelaufen. Und das, auch dies eine Lehre aus Florida, nützt sich schnell ab.

Newt Gingrich, der schon als Sprecher des Repräsentantenhauses in den 90er Jahren als schillernde und stets unberechenbare Figur für Furore sorgte, hat diesen Charakterzug auch mit 68 Jahren nicht abgelegt. Als er am Wahlabend in Orlando ins Mikro sprach, lieferte er eine Siegesrede ab und nicht die Ansprache eines Wahlverlierers. Nichts war zu spüren von dem, was einen guten Verlierer ausmacht. Nämlich dass der die Botschaft versteht, die ihm die Wähler gerade übermittelt haben.

Interaktive Infografik Wie Romney seine Konkurrenten abhängte

Der Vorwahlkampf der US-Republikaner war schmutzig - und er dauerte länger als erwartet. Am Ende darf Mitt Romney Präsident Barack Obama herausfordern - doch der Kandidat ist ramponiert. Sein Weg durch den Vorwahlzirkus.

Interaktive Infografik: us-vorwahl

Im Falle Gingrichs lautete die: Hinterlasse keine verbrannte Erde. Doch stattdessen holte er erneut aus gegen Romney, der ein „Massachusetts Liberal“ sei, und gegen die „elitären Medien“. Und er machte jede Menge unverantwortlicher Versprechungen für den Fall, dass er ins Weiße Haus einziehen sollte. Von der Rücknahme zahlreicher Gesetze bis zur Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels. Was Gingrich gestern Abend ablieferte war nicht präsidentiell. Gingrich zog die letzten Register.

Es mag sein, dass der langjährige Abgeordnete aus Georgia so noch einige der Caucus-Abstimmungen gewinnen kann, die im Februar auf die Republikaner warten. Denn noch immer ist richtig, dass Gingrich im persönlichen Auftreten authentischer wirkt als Mitt Romney – auch wenn der auch hier dazu gelernt hat.

Doch am Ende des Tages entscheidet dann eben doch nicht das reine Bauchgefühl, sondern es entscheiden die Aussichten des Kandidaten, eine Kampagne durchzuhalten und am 6. November vielleicht dann auch gegen Barack Obama zu gewinnen. Und da hat sich Mitt Romney wenn auch nicht die Liebe der Republikaner, so aber doch zunehmend mehr den Respekt seiner Partei erworben.

  • 01.02.2012, 12:56 UhrAnonymer Benutzer: kabur_kabari

    Da wir es in den USA mit einer untergehenden Gesellschaft zu tun haben, explodieren die systemischen Gewaltexzesse zuerst auf dem sprachlichen Niveau, bevor sich danach die real-nazistische Vernichtung der Feinde gem. der Konzeption der "sculls & bones" in der Realität durchsetzt.

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