Kommentar
Schweizerische Nationalbank wirft ihre Fesseln ab

Mit der Kopplung des Franken an den Euro macht die Schweizer Notenbank einen drastischen Schritt. Aber er ist gerechtfertig - und wird auch funktionieren.
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FrankfurtDer  Leidensdruck für die Schweizer Wirtschaft ist so groß geworden, dass die Notenbanker ihre Fesseln abwerfen, die sie sich mit Rücksicht auf eine fehlgeleitete öffentliche Meinung bisher auferlegt hatten. Die Schweizerische Nationalbank hat angekündigt, keinen Wechselkurs zum Euro von weniger als 1,20 Franken je Euro mehr zu tolerieren. Um das durchzusetzen, will sie in unbegrenzter Höhe Euro kaufen.

Bankvolkswirte werden wahrscheinlich wieder sagen, das könne nicht funktionieren. Sie hatten sich mit Begeisterung auf das Scheitern der zögerlichen Devisenmarktinterventionen von 2010 gestürzt und behauptet, das hätte der Notenbank hohe Verluste eingebracht.

Das ist Unsinn. Verluste hat die Notenbank eingefahren, weil der Franken so stark aufgewertet hat und die in Fremdwährung gehaltenen Devisenreserven abgewertet haben. Das hat erst einmal nichts mit den Interventionen zu tun. Es gibt jedoch nichts, was die Notenbank zwingen würde, so zögerlich zu bleiben wie beim letzten Mal. Sie kann die Franken selber drucken, in ungegrenzter Menge, mit denen sie Wertpapiere kauft, die in Euro denominiert sind. Sie bekommt damit umsonst Wertpapiere, die Zinsen abwerfen, wenn auch bescheidene. Wenn diese Wertpapiere dann später einmal an Wert verlieren sollten, wird nur ihr Gewinn aus dem Drucken zusätzlicher Franken kleiner.

Wenn man etwas umsonst bekommt, ist es schwer, damit einen Verlust zu machen. Wer das behauptet, versteht die Bilanz einer Notenbank nicht richtig. Wenn dann noch der Franken abwertet, weil die Notenbank all denen, die ihr Geld in der Schweiz anlegen wollen, so viel frisches Schweizer Geld gibt wie sie wollen, dann ist nicht nur der Schweizer Wirtschaft viel geholfen, sondern auch die Währungsreserven der Notenbank werden wertvoller. Dann verschwinden die Verluste der Notenbank ebenso schnell wieder wie sie gekommen sind.

Die Finanzmärkte verstehen das. Sie wissen, dass eine entschlossene Notenbank den Wechselkurs der eigenen Währung so weit nach unten drücken kann, wie sie will. Deshalb hat schon die Ankündigung der Notenbank gereicht, den Franken um fast neun Prozent zu schwächen und unter das erklärte Kursziel zu drücken.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Kommentar: Schweizerische Nationalbank wirft ihre Fesseln ab"

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  • Der EURO ist die Fessel:

    EURo -Schaden ohne Ende!

    Art. 20 (4) GG

  • Denken Sie mal nach: Wie real ist diese Möglichkeit überhaupt? Der Sfr. übernimmt jetzt die Rolle, die früher die D-Mark hatte. Die Schweizer Zentralbank kann genau so gut von heute auf morgen den Kurs vom Euro wieder lösen, sie hat keine Verträge mit der EZB oder sonst einer dieser Gangster-Bad Banks der Euro-Zone. Wer klug ist, wechselt seine Fränkli in Gold und Silber und ein paar Aktien von Nestle und Ciba, dann hat sichs...

  • Der einzig richtig Wg wäre gewens, die Schweiz hätte die Einfuhr udn Umtausch von Währungsmüll ganz stark limitiert oder ganz unterbunden bzw. nur im Rahmen von Handelstransaktioenen zwischen schweizer Unternhehmen und Handelspartnern im Ausland an Hand eines gnaz genau defineriten Kataloges zugelassen. Man muß sich nicht jeden Dreck über den Zaun werfen lassen.

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