Kommentar zu Europas Rolle Auf Trump-Amerika ist kein Verlass

Unter der Führung Donald Trumps muss Europa sein Schicksal selbst in die Hand nehmen – es muss schneller werden, wendiger, entschlossener. Uneinigkeit kann es sich nicht leisten. Ein Kommentar.
Update: 05.02.2017 - 20:50 Uhr 1 Kommentar
„Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“, findet „Handelsblatt“-Autor Till Hoppe. Quelle: dpa
Anti-Trump-Demo in Berlin

„Europa muss sein Schicksal selbst in die Hand nehmen“, findet „Handelsblatt“-Autor Till Hoppe.

(Foto: dpa)

BerlinAuf das Amerika von Donald Trump kann sich Europa nicht mehr verlassen, so viel scheint schon nach zwei Wochen Amtszeit klar. Zu erratisch ist der Stil des neuen Präsidenten, zu radikal seine Agenda, zu egozentrisch seine Perspektive. Auf dem einen oder anderen Themenfeld werden beide Seiten vermutlich noch zusammenfinden – der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus etwa liegt offensichtlich im gemeinsamen Interesse. Auf vielen anderen Gebieten aber, sei es freier Handel, Klimaschutz oder Pressefreiheit, wird die Trump-Regierung eher gegen als mit der EU arbeiten.

Europa bleibt also wenig anderes übrig, als „sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen“, wie es Kanzlerin Merkel ausdrückte. Als seinen Weg ohne den großen Bruder weiterzugehen, sich auf unsicheren Beinen voranzutasten.

Die auf diesem Weg liegenden Hindernisse waren auch ohne Trump schon groß genug: Terrorismus, Flüchtlingskrise, Wachstumsschwäche, eine explosive Nachbarschaft, der Vertrauensverlust der eigenen Bürger in ihre politische Führung. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Till Hoppe
Till Hoppe

Der Autor ist Handelsblatt-Korrespondent in Berlin.

In ihrer heutigen Form wird die Europäische Union all diese Hürden kaum überwinden. Sie muss schneller werden, wendiger, entschlossener. Das kann schwerlich gelingen, wenn sie immer auf das langsamste von 28 Mitgliedern warten muss. Darauf aber läuft das bislang in der EU hochgehaltene Modell der Integration im Gleichschritt hinaus.

Diese Einsicht scheint auch bei den Staats- und Regierungschefs zu reifen. Bis zu den 60-Jahr-Feierlichkeiten der Römischen Verträge am 25. März wollen sie eine Vision für die Union entwerfen. Merkels Äußerungen über ein Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten deuten darauf hin, wohin die Reise geht: integrationswillige Staaten sollen vorangehen können, ohne auf die zögerlichen warten zu müssen.

Die rechtlichen Vehikel dafür halten die europäischen Verträge schon länger bereit, die Mitgliedsstaaten machten aber bislang selten Gebrauch davon. Zu groß war die Sorge, die Gemeinschaft könnte an ihren Rändern immer stärker ausfransen. Dass die Regierungschefs nun offenbar bereit sind, die Uniformität der Wendigkeit zu opfern, zeigt, wie groß der Druck auf sie ist.

Wichtige Mauern – und warum sie gebaut wurden
Die Grenze zwischen Mexiko und den USA
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Im Wahlkampf hat Donald Trump keinen Zweifel daran gelassen, dass er – sobald er die Möglichkeit dazu hat – eine Mauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko bauen wird. Nun hat der US-Präsident seinen Worten Taten folgen lassen. Am Mittwoch unterzeichnete er ein Dokument, das die Voraussetzungen für den Mauerbau schafft. Ein historischer Schritt. Doch rund um den Globus gibt es noch mehr berühmte Mauern. Ein Überblick.

Chinesische Mauer
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6000, 9000 oder 21.000 Kilometer – die Länge der Chinesischen Mauer ist aufgrund ihres Alters und der unzähligen, nicht miteinander verbundenen Abschnitte sehr schwer zu bestimmen. So oder so ist sie hinsichtlich des Volumens und der Masse allerdings das größte Bauwerk der Erde. Mit dem Bau der Mauer wurde bereits vereinzelt im siebten Jahrhundert vor Christus begonnen. Ihre heute bekannte Form erhielt sie zur Zeit der Ming-Dynastie (1368 bis 1644). Die sogenannte Ming-Mauer diente zum Schutz des chinesischen Kaiserreichs vor den Mongolen.

Berliner Mauer
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Im Jahr 1961 wurde die 1378 Kilometer umfassende innerdeutsche Grenze um weitere 167,8 Kilometer ergänzt – die Berliner Mauer. Sie galt als eines der markantesten Symbole des Konflikts im Kalten Krieg zwischen den Westmächten und dem Ostblock. Im Falle eines „ungesetzlichen Grenzübertritts“ galt der Schießbefehl. Wie viele Menschen an der Berliner Mauer getötet wurden, ist nicht genau belegt. Aktuellen Forschungen zufolge zwischen 136 und 245 Menschen. Am 9. November 1989 wurde die Grenze geöffnet und sorgte innerhalb eines weiteren Jahres für den kompletten Zusammenbruch der DDR und der staatlichen Einheit Deutschlands.

Israelische Sperranlagen
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Entlang der Grenzlinie zwischen Israel und dem Westjordanland verläuft eine 759 Kilometer lange Absperrung. Sie verläuft nur zu circa zwanzig Prozent der sogenannten „Grünen Linie“, der vereinbarten Waffenstillstandslinie von 1949. Der restliche Verlauf befindet sich fast ausschließlich innerhalb des Westjordanlands, was zu heftigen Kritiken führte. Mit der Mauer wird einer künftigen Grenze eines souveränen Staates Palästina quasi vorgegriffen. Der Internationale Gerichtshof erklärte 2004, dass Israel mit dem Bau der Anlagen gegen Völkerrecht verstoße.

Marokkanischer Wall
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Zum Schutz vor den Polisario-Rebellen errichtete Marokko in der Westsahara einen rund 2700 Kilometer umfassenden Wall, der hauptsächlich aus Sand, stellenweise aber auch aus Mauern und Geröll besteht. Zur Sicherung wird ein Sandwall zumeist durch Landminen und Stacheldraht ergänzt. Sie kommt der militärisch-politischen Funktion der Morice-Linie des französischen Algerienkrieges gleich. Von der Frente Polisario wird der Wall als „Mauer der Schande“, auf der anderen Seite von den Marokkanern umgangssprachlich als „Hassans Wall“ (benannt nach dem früheren König Hassan II.) genannt.

Friedenslinien
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Die Friedenslinien (oder auch Friedensmauern) finden sich vorrangig in nordirischen Städten, allen voran in der Hauptstadt Belfast, und dienten dazu die Wohngebiete von pro-irischen Republikanern und pro-britischen Unionisten zu trennen. Sie sind das Ergebnis des Nordirlandkonflikts, der im Jahr 1969 ausbrach. Im Mai 2013 erklärte die Regierung, die Mauern in den nächsten zehn Jahren beseitigen zu wollen. Heute könnten die Mauern als Sehenswürdigkeiten im Rahmen von Stadtführungen besichtigt werden. Diese Art von Tourismus wird auch als „Konflikttourismus“ bezeichnet.

Hadrianswall
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Der Hadrianswall war ein römisches Grenzbefestigungssystem, dass auf Anordnung des Kaisers Hadrian zwischen Newcastle und Solway Firth ab 122 n. Chr. erbaut wurde und rund 117,5 Kilometer umfasste. Er diente nicht etwa der Abwehr von Angreifern, sondern vielmehr der Überwachung des Handels- und Personenverkehrs. Seit 1987 zum UNESCO-Weltkulturerbe gekürt, zählt der Wall heute zu einem beliebten Touristenziel.

Eine Gemeinschaft der unterschiedlichen Geschwindigkeiten wäre flexibler, aber auch unübersichtlicher. Wie praktikabel das Modell ist, muss sich erst erweisen. Dennoch wäre es richtig, es zu versuchen. Der derzeitige Gleichschritt geht, etwas vereinfacht gesprochen, vielen osteuropäischen Mitgliedern zu schnell, anderen wie den Benelux-Staaten oder Deutschland aber viel zu langsam. Die Notwendigkeit des Ausgleichs, des Kompromisses würde durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten nicht verschwinden. Aber er würde weniger als Zwang empfunden.

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1 Kommentar zu "Kommentar zu Europas Rolle: Auf Trump-Amerika ist kein Verlass"

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  • "Sergio Puntila27.01.2017, 09:30 Uhr
    Der Chefdemokratenfresser als Oberkommentator des HB sondert in gewohnt langweiliger Manier, klingt schon fast andressiert, was Sie hier tagtäglich vor sich hingeifern, werter Mark Hoffmann"

    Ich geifere nicht, ich kommentiere. Ich gebe mir den ganzen Tag große Mühe, jeden, aber auch wirklich jeden Artikel zu kommentieren,
    um die Leute von der grün-sozialistischen Murkselregierung zu warnen.

    Ja, ich bin ein Fan von Trump und Putin, das sind wenigstens noch zwei echte Kerle mit eigener Meinung, nicht wie unser sprechender Hosenanzug!

    Ja, ich bin ein Anhänger der AFD, denn nur diese Partei kann unser Reich noch retten!

    Nein, ich bin nicht arbeitslos und habe deshalb soviel Zeit Kommentare zu schreiben, ich bin arbeitssuchend!
    Danke

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