Kommentar zur Andalusien-Wahl
Protestparteien punkten an der Urne

Spaniens neue Protestparteien Podemos und Ciudadanos haben es bei den Andalusien-Wahlen zwar nur in die Opposition geschafft. Zum Auftakt des spanischen Superwahljahres wirbeln sie das Machtgefüge dennoch durcheinander.
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Die Andalusier haben gewählt und damit den ersten Hinweis darauf gegeben, was das ganze Land in diesem Superwahljahr erwartet. Klar ist danach eines: Die beiden neuen Protestparteien in Spanien punkten nicht nur in Umfragen, sondern auch ganz konkret an der Urne.

Die ultralinke Podemos, die in zahlreichen Umfragen als stärkste politische Kraft Spaniens hervor geht, hat in der bevölkerungsreichsten Region des Landes nicht die Mehrheit der Stimmen erhalten. Sie ist damit in Andalusien in der Opposition und nicht an der Macht. Die Regierungspartei PSOE behält genau so viele Sitze wie sie bisher hatte.

Das sieht nicht gerade nach dem viel beschworenen Wandel aus, den sich die Spanier wünschen. Doch Achtung: Die andalusische Konstellation lässt sich nicht eins zu eins auf den Rest des Landes übertragen. Andalusien ist die Hochburg der sozialistischen PSOE. Es galt als unstrittig, dass sie die stärkste Kraft bleiben würde.

Die beiden neuen Parteien, die zusammen auf 24 von 109 Sitzen kommen, bringen das Machtgefüge in Sevilla dennoch durcheinander: PSOE braucht einen von beiden als Koalitionspartner, wenn sie eine nur schwer vorstellbare große Koalition mit der konservativen PP verhindern will.

In den nun anstehenden Verhandlungen wird sich zeigen, wie treu die Neuen ihrem eigenen Profil bleiben oder ob sie große Kompromisse eingehen, um an die Macht zu kommen. Der Ausgang dieser Gespräche wird die anstehenden Urnengänge in Spaniens Superwahljahr stark beeinflussen.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid

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  • Podemo - neudeutsch für Aussitzen - alternativlose Kanzlereigenschaft

  • Spanien wird das zweite Griechenland für Merkel, Schäuble, Draghi und Co.

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