Kommentar zur Flüchtlingskrise
Wir sind erst ganz am Anfang

Ein Gipfel in Brüssel soll die Flüchtlingskrise lösen. Die Frage ist, ob Europa Antworten präsentiert, bevor die Flüchtlinge Europas Gemeinschaft sprengen. Dazu müssen wir lernen, die Realität zu akzeptieren.
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DüsseldorfEuropa ringt mit der Flüchtlingskrise. In Brüssel tagt am Sonntagabend ein Sondergipfel, weil die Staaten in Südosteuropa nicht mehr können. Sie sind erschöpft. Slowenien hat in den vergangenen sieben Tagen so viele Menschen aufgenommen, dass sie eine mittelgroße Stadt – wie sagen wir Trier – bevölkern könnten. Slowenien hat nicht viele Städte, die so groß sind wie Trier.

Es geht um alles. Um die europäische Idee, um Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit, um unseren Wohlstand, und auch um verhältnismäßige Kleinigkeiten wie den Fortbestand nationaler Regierungen wie die von Angela Merkel. Ihre Entscheidung, Flüchtlinge in Deutschland willkommen zu heißen, hat sie erst zur deutschen Mutter Theresa gemacht und danach in atemberaubender Geschwindigkeit zu einem weiblichen Brutus werden lassen, die die Interessen der Deutschen verrät. Sie hat zum ersten Mal in ihrer Regierungszeit eine Richtung eingeschlagen, die mehr als Pragmatismus bedeutete, und droht nun daran zu scheitern.

Die Flüchtlinge stellen uns in Europa auf die Probe: Haben wir von Italien bis Schweden, von Ungarn bis Großbritannien gemeinsame Werte und nehmen die Verantwortung auf uns, sie zu verteidigen? Ist unser Credo von Humanität und Hilfsbereitschaft nur ein Schön-Wetter-Motto, das nichts wert ist, wenn Millionen von Menschen es in Anspruch nehmen wollen?

Es sind diese zu großen Fragen, die uns hilflos machen. Wir kommen uns vor, wie ein Maler, der mit einem Haarpinsel den Rumpf eines Supertankers anstreichen soll. Wo anfangen und wie ist die Aufgabe jemals zu schaffen? Dabei ist die Antwort keine, für die wir ein Orakel befragen müssten. Sie ist eigentlich einfach. Sie heißt: Wissen, was wir wollen und dann beginnen. Als Noah einst die Welt vor der großen Flut retten sollte, da nagelte er Planke um Planke zu einem Schiffsrumpf zusammen, ohne dass ihm klar war, wohin ihn dieses Projekt treiben würde. Er hat so die Welt gerettet.

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Flüchtlingslager werden Realität sein

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  • Unsere europäischen Nachbarn werden Merkel und ihre Sektenanhänger schon in die Knie zwingen. Wenn eine Kanzlerin glaubt, sie kann ihr eigenes Volk ihren dementen Gedankengängen hintanstellen, dann gehört sie abgelöst. Die einzigen, welche diese Frau mit ihren kindlich naiven Worthülsen noch beeindrucken kann, sind ihre Barbipuppen auf dem Sofa.

  • die ersten Flüchtlinge wohnen nun in deutschen Schlössern, was soll man dazu noch sagen ?

  • Herr Eurpäer: Sie schreiben hier schlicht die Unwahrheit. Seitdem sich die EU als Superstaat selbst definiert - im übrigen ohne Legitimation seitens der Bürger - und nicht mehr als Wirtschaftsraum, ist wenig besser aber ganz viel schlechter geworden, insb. für den deutschen Steuerzahler, Sparer und Rentner:

    Reallöhne stagnieren auf dem Niveau der früher 00´er Jahre, die Rente ist um ca. 33% vermindert worden, die großen Lasten aus der Endlos-EUR-Rettung und Endlos-Zuwanderer-NoLimit-Politik Noch nicht mal eingerechnet!

    Es wird noch richtig ans Eingemachte gehen, dass weiss jeder, der 1+1 zusammenzählen kann.

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