Kommission bestätigt
Entwaffnung der IRA abgeschlossen

Mit mehr als fünfjähriger Verspätung hat die irischen Untergrundorganisation IRA nun alle Waffen internationalen Beobachtern zufolge vollständig zerstört.

HB BELFAST. Nach jahrzehntelangem Bürgerkrieg gilt der am Montag von einer Kommission bestätigte Schritt als entscheidend für den seit Jahren stockenden Friedensprozess in der britischen Provinz. Nun könne die Politik die Gewalt in den Straßen Nordirlands ersetzen, sagte der Chef der politischen Verbündeten der IRA, Mitchel McLaughlin von der Sinn Fein. Ihre Kontrahenten, die pro-britischen Demokratischen Unionisten (DUP), übten dagegen Kritik. Er sei nicht überzeugt, dass die Entwaffnung tatsächlich vollzogen worden sei, sagte DUP-Führer Ian Paisley. Zwischen den Konfliktparteien herrscht tiefes Misstrauen. Die DUP ließ offen, ob die Gespräche zur Wiedereinsetzung einer gemeinsamen Provinzregierung nun wieder aufgenommen werden. Vor Januar rechnet niemand damit.

„Die außer Funktion gesetzten Waffen stellen die Gesamtheit des IRA-Arsenals dar“, erklärte die Kommission in ihrem Bericht, der an die Regierungen in London und Dublin gerichtet war. Sie hatte internationale Beobachter zu drei Terminen der IRA entsandt, bei denen die Waffen zerstört wurden. Die IRA erklärte, der Prozess ihrer Entwaffnung sei vollständig und abgeschlossen. Ihr Arsenal galt als eines der größten an illegalen Waffen in Europa. Die Zerstörung ist ein historischer Schritt, zumal die Gruppe jahrelang erklärt hat, eine Entwaffnung käme einer Kapitulation gleich.

Die katholische IRA kämpfte seit den sechziger Jahren gegen die Zugehörigkeit Nordirlands zu Großbritannien und gegen den protestantischen Einfluss auf die Provinz, der sich mit einer Schlacht vor 300 Jahren durchgesetzt hat. Unter Vermittlung Großbritanniens und Irlands stimmten die nordirischen Gruppen im Jahr 1998 einer Vereinbarung, dem so genannten Karfreitagsabkommen, zu. Die Provinz sollte demnach weitgehend autonom und die Macht zwischen Katholiken und Protestanten geteilt werden. Die direkte Herrschaft Großbritanniens war damit beendet. Der Streit um die Entwaffnung der IRA führte jedoch schließlich dazu, dass Großbritannien das Provinzparlament und mehrere Regierungsorgane wieder suspendierte. Vor zwei Monaten erklärte die Untergrundarmee dann ihren bewaffneten Kampf für beendet.

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