Kommissionschef
Juncker startet verspätet in die Europawahl

Jean-Claude Juncker, der früherer Regierungschef von Luxemburg, versucht ein Comeback auf der europäischen Bühne. Mit einem Bus in europablau ist Juncker unterwegs und wirbt für die konservative Europäische. Volkspartei.
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BrüsselJean-Claude Juncker ist verglichen mit den anderen Spitzenkandidaten für die Europawahl verspätet ins Rennen gestartet. Dies versucht der Luxemburger nun bis zur letzten Minute aufzuholen: Mit einem Bus in europablau ist Juncker unterwegs und wirbt um Stimmen für die konservative Europäische Volkspartei (EVP), zu der auch CDU und CSU gehören. Dafür beschreitet Juncker auch für ihn neue Wege. Der bisher eher als Politiker alter Schule geltende 59-Jährige hat nun ein Twitter-Profil, über das auch schon mal ein „Selfie“ Junckers auf Wahlkampftour verbreitet wird.

Aufgrund einer Änderung des EU-Vertrags stellen die europäischen Parteifamilien für die Europawahl am 25. Mai erstmals europaweite Spitzenkandidaten auf, die als Bewerber für das Amt des Kommissionspräsidenten gelten. Als Vertreter der Konservativen hat der 59-jährige Juncker gute Aussichten. Allerdings wurde er von seiner Partei erst deutlich nach seinen Konkurrenten ernannt und dann dauerte es noch eine Weile, bis seine Kampagne und der blaue Bus Fahrt aufnahmen.

Junckers härtester Konkurrent um den Posten des Kommissionschefs ist der Deutsche Martin Schulz, der für die Sozialisten antritt. Um sich von dem auf Regierungsebene unerpropten SPD-Politiker abzusetzen, betont Juncker nicht nur seine Erfahrung, sondern wirbt auch um die Wählergunst mit der Forderung, „das Soziale nicht den Sozialisten zu überlassen“. Schulz hat aber den Vorteil, als Präsident des Europaparlaments seine Wahlkampagne aus vollem Lauf zu starten. Denn für Juncker ist die Spitzenkandidatur der Versuch einer Rückkehr auf die große europapolitische Bühne.

In seinen 19 Jahren als Ministerpräsident Luxemburgs reiste der Christdemokrat zu den Gipfeltreffen der europäischen Staats- und Regierungschefs: Als Vertreter eines kleinen Landes nutzte der fließend Deutsch, Französisch und Englisch sprechende Juncker dies zur Vermittlung, aber auch zu mitunter deutlicher Kritik an den großen EU-Staaten wie Deutschland.

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Auf den Wahlplakaten ist Merkel und nicht Juncker

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