Kommunalwahl in Italien
Prodi-Lager in Führung

Das Mitte-Links-Lager von Ministerpräsident Romano Prodi hat sich bei der Stichwahl der italienischen Kommunal- und Provinzwahlen knapp behaupten können. In der ersten Runde hatte das Bündnis noch einer schweren Schlappe erlitten.

HB ROM. Wie das Innenministerium nach Schließung der Wahllokale am Montagabend mitteilte, sicherte sich das Prodi-Lager mit 51 Prozent der Stimmen die Führung in der Provinz Genua, einer ihrer Hochburgen. Dagegen stellt das Mitte-Rechts-Lager von Oppositionsführerer Silvio Berlusconi weiterhin die Bürgermeister in den Städten Parma, Lucca und Latina. Insgesamt hat die Rechte nach Angaben des Ministeriums bei den Stichwahlen in fünf von acht regionalen Hauptstädten gewonnen, die Linke lediglich in drei. Das entspricht in etwa dem Kräfteverhältnis vor der Abstimmung.

„Insgesamt hat die Linke bei den Kommunalwahlen ein negatives Ergebnis erreicht, aber sie konnte ihre Verluste in Grenzen halten“, meinte ein TV-Kommentator. Bereits bei der ersten Runde vor zwei Wochen hatte das Berlusconi-Lager in 13 regionalen Hauptstädten die absolute Mehrheit gewonnen, die Linke lediglich in fünf. Berlusconi hatte zeitweise schon den Rücktritt Prodis gefordert.

Beim zweiten Urnengang am Sonntag und Montag ging es in 60 zumeist kleineren Kommunen um den Bürgermeisterposten. Die Beteiligung unter den 2,8 Mill. Wahlberichtigten war gering. Die Linke gewann den Angaben zufolge die Mehrheit in der Stadt Pistoia, wo bisher das Rechtslager den Bürgermeister stellte.

Prodi, der seit einem Jahr regiert, bläst seit einiger Zeit der Wind ins Gesicht. Umfragen zufolge sind zwei Drittel der Italiener von seiner Regierung enttäuscht. Kritiker werfen ihm vor, wegen seiner nur hauchdünnen Mehrheit scheue er es, dringend notwendige Reformen anzupacken. Allerdings ist auch das rechte Lager politisch zerstritten.

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