Kommunalwahlen in Frankreich
Wahlerfolg für rechtsextreme Front National

Rechtsruck in Frankreich: „Die Franzosen habe sich ihre Freiheit wiedergeholt“, triumphiert Marine Le Pen angesichts erster Prognosen. Das Votum ist auch ein Stimmungstest für die Regierung unter Präsident Hollande.
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ParisMit teils deutlichen Erfolgen für die rechtsextreme Front National und die konservative Opposition haben die Wähler in Frankreich der sozialistischen Regierung unter Präsident François Hollande einen Denkzettel verpasst. Bei der ersten Runde der Kommunalwahlen am Sonntag lagen die Konservativen nach ersten Hochrechnungen mit rund 48 Prozent vor der Linken, die auf 43 Prozent der Stimmen kam. Die Front National landete danach landesweit bei 7 Prozent.

Im nordfranzösischen Hénin-Beaumont lag der FN-Kandidat Steeve Briois am Sonntag mit 49 Prozent in Front. Auch in Béziers, Avignon oder Perpignan sah das Institut Ipsos-Steria die Rechtsextremen vorn. FN-Chefin Marine Le Pen wertete die Ergebnisse bereits als Auflösung der Vormachtstellung zweier Blöcke in Frankreich.

Regierungssprecherin Najat-Vallaud Belkacem kündigte an, die Sozialisten würden alles tun, um zu verhindern, dass ein FN-Kandidat eine Gemeinde gewinnt. Für die Partei Hollandes standen laut Hochrechnungen einige Städte auf der Kippe, darunter Reims, Saint Etienne, Amiens und Pau.

Wie erwartet zeichnete sich ein Rückgang der Wahlbeteiligung ab. Sie könnte nach den Berechnung bei 60 Prozent liegen, 2008 waren es noch 66,5 Prozent. Die Wahl galt vor dem Hintergrund schlechter Wirtschaftswerte und Rekordarbeitslosigkeit als Stimmungstest für die Regierung von Präsident Hollande.

Auch die konservative UMP stand zuletzt wegen innerparteilicher Streitereien und Affären in der Kritik. UMP-Chef Jean-François Copé, der den ersten Wahlgang in Meaux mit 64 Prozent für sich entscheiden konnte, sah mit Blick auf Erfolge seiner Partei die Grundlage für einen „großen Erfolg“ im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag geschaffen.

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Ex-Präsident Sarkozy in Affären verstrickt

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  • Der französische Präsident François Hollande hat bei den Kommunalwahlen einen deutlichen Dämpfer erlitten. Rechtsextreme und Konservative legten hingegen zu.
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    Das ist die Quittung für Hollandes unstetiger Politik. Die Sozialisten wussten und wissen nicht, was sie eigentlich wollen. Dieses Wahlergebnis war deshalb schon lange absehbar.
    Frankreich ist der "kranke Mann Europas", auch wenn es wirtschaftlich jetzt - angeblich - wieder aufwärts gehen soll.

    Bei der ersten Runde der Kommunalwahlen am Sonntag lagen die Konservativen nach den vorläufigen Zahlen von Montagmorgen bei 46,5 Prozent. Die Linke erreichte nur 37,7 Prozent. Die extreme Rechte mit der Front National, die nur in ausgewählten Gemeinden angetreten war, kam landesweit auf 4,7 Prozent.

    Und jetzt fordern die Sozialisten von den anderen Parteien, Bürgermeister von der FN zu verhindern!

  • Unwort des Jahrhunderts = rechtsextrem ....... das einzig extreme ist die Berichterstattung hierzulande!

  • Die Franzosen sind mit Hollande unzufrieden und das kann doch nicht Überraschend sein. Wähle einen Sozialisten und mit dem Staat geht es abwärts. Das der einzige Aufschwung in Frankreich die Zunahme der Armutseinwanderung ist, stört viele Franzosen. Sie können aber als freiheitliches Land ja auch wählen wen sie wollen. Anders bei unseren 5 sozialistischen Parteien
    sie sind in einen Machtblock eingebunden ala SED und lassen niemand anderes zu.

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