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Kommunistische Partei: Bizarrer Machtkampf in Chinas KP

Die regierenden Kommunisten in China stehen vor einem Führungswechsel. Über alle Parteistufen hinweg entbrennen Machtkämpfe. Bizarre Ereignisse im Westen des Landes weisen auf eine Verschärfung der Konflikte hin.

Der ehrgeizige Politiker Bo Xilai, der noch in diesem Jahr den regierenden Machtblock in Peking aufmischen wollte. Quelle: dapd
Der ehrgeizige Politiker Bo Xilai, der noch in diesem Jahr den regierenden Machtblock in Peking aufmischen wollte. Quelle: dapd

PekingDie Bosse der Kommunistischen Partei haben den Provinzpolitiker Huang Qifan offenbar zum Rapport nach Peking einbestellt, nachdem dieser einen Genossen mit einem Aufgebot bewaffneter Polizei über dreihundert Kilometer quer durch die Provinz Sichuan gejagt hat. Das Opfer der Hatz habe sich für mehrere Stunden ins US-Konsulat der Provinzhauptstadt Chengdu geflüchtet und sei seitdem verschwunden - das zumindest sagen Gerüchte, die am Montag über das Internet an die Öffentlichkeit drangen.

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Die etwas verwirrende Meldung gewinnt im Zusammenhang mit einem bevorstehenden Machtwechsel in der Partei an Verständlichkeit. Denn beide Akteure - Huang Qifan genau wie der Gejagte Wang Lijun - gehörten zum inneren Kreis um den ehrgeizigen Politiker Bo Xilai, der noch in diesem Jahr den regierenden Machtblock in Peking aufmischen wollte.

Solche Vorgänge und ihre Interpretation gehören in China zum politischen Betrieb. Das Innenleben der Kommunistischen Partei Chinas ist sogar ein eigener Forschungszweig der westlichen Ostasienwissenschaft. Eine ganze Riege von Experten und Journalisten beschäftigt sich damit, aus spärlichen äußeren Anzeichen Rückschlüsse auf das Geschehen hinter den Kulissen zu ziehen.

Auch kleinsten Indizien haben für die „China-Watcher“ große Bedeutung. Wenn die Staatspresse beispielsweise einige der führenden Politiker plötzlich in einer anderen Reihenfolge nennt als vorher, dann löst das lange Spekulationen darüber aus, ob jemand in Ungnade gefallen ist. Denn die politische Klasse Chinas stellt sich nicht der Presse setzt auf Propaganda statt Transparenz.

In den vergangenen Jahren hat die Orakelei jedoch eine Weile lang an Bedeutung verloren. Die KP gab sich offener und zugänglicher; zudem haben chinesische Medien an Einfluss gewonnen und mehr Freiheit zu einer eigenen Deutung der Ereignisse erobert. Doch seit einigen Tagen ist das Ratespiel in vollem Umfang zurück.

  • 13.02.2012, 11:15 UhrAnonymer Benutzer: Hannes

    Fakt ist, daß Wang Lijun als Polizeichef in Chongqing mit der provinziellen Korruption aufgeräumt hat. Diese Verdienste werden auch in den chinesischen Medien entsprechend gewürdigt.
    Wer aber korrupte Partei- und Provinzkader in die Todeszelle bringt, macht sich damit auch Feinde...

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