Kommunistisches Land verfügt über Plutonium
Rice macht bei Asienreise Druck auf Norkorea

Nach Worten des Generaldirektors der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el Baradei, stellt Nordkorea eine größere Gefahr dar als Iran.

dpa PEKING/SEOUL. Die USA wollen „nicht ewig“ auf eine Lösung des Atomkonflikts mit Nordkorea warten. Nach Gesprächen in Japan und Südkorea drängte US-Außenministerin Condoleezza Rice am Sonntag in Peking auch die chinesische Führung, ihre Anstrengungen zu verstärken und den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen.

Rice versicherte in Seoul, dass die USA „absolut keine Absicht“ hätten, Nordkorea anzugreifen. Sie lehnte bilaterale Gespräche, wie von Pjöngjang gefordert, ab, stellte aber direkte Kontakte im Rahmen der Sechser-Gespräche in Aussicht.

Zum Auftakt der Gespräche in Peking, darunter mit Staats- und Parteichef Hu Jintao, ging Regierungschef Wen Jiabao sofort auf den Streit über das neue Anti-Abspaltungsgesetz Chinas ein. Es erteilt die Vollmacht für einen Militärschlag gegen Taiwan und war von den USA kritisiert worden, weil es die Spannungen verschärfe. Wen Jiabao erinnerte Rice daran, dass auch US-Präsident George W. Bush sich ausdrücklich gegen eine Unabhängigkeit Taiwans ausgesprochen habe.

Peking ist die letzte Station der gut einwöchigen Asienreise der neuen Außenministerin, die ferner Indien, Pakistan und Afghanistan besucht hatte. Zum Ende stand der Atomkonflikt mit Nordkorea im Mittelpunkt. „Wir müssen dieses Problem lösen. Es kann nicht ewig weitergehen,“ sagte Rice in Seoul auf einer Pressekonferenz mit ihrem südkoreanischen Kollegen Ban Ki Moon. Nordkorea rief sie zu einer „strategischen Entscheidung“ auf, sein Atomprogramm aufzugeben.

Bei den Sechser-Gesprächen, an denen unter Chinas Vermittlung auch Südkorea, Russland und Japan teilnehmen, könnte Nordkorea den „Respekt, den es wünscht und die Hilfe, die es benötigt,“ erhalten. Nordkorea hatte im Februar verkündet, Atomwaffen zu besitzen, und sich auf unbestimmte Zeit von den Verhandlungen zurückgezogen. Verärgert fordert Pjöngjang ferner, dass sich Rice entschuldigt, Nordkorea als „Vorposten der Tyrannei“ bezeichnet zu haben.

Vor ihrem China-Besuch forderte Rice in einem Vortrag in der Sophia-Universität in Tokio die Führung Chinas zu demokratischen Reformen auf. Der Wirtschaftsboom müsse zu größeren politischen Freiheiten führen. Peking werde „feststellen, dass Demokratie funktioniert“ und erkennen, dass Religionsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte mit zu einer erfolgreichen Gesellschaft gehörten. Den Wunsch Japans nach einem Sitz als ständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat unterstützte Rice bei ihren Treffen mit Ministerpräsident Junichiro Koizumi und ihrem Amtskollegen Nobutaka Machimura.

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