_

Komplott: Mexiko verhindert Einreise von Gaddafi-Sohn

Gefälschte Pässe, Konten und Häuser unter falschen Namen: Für die Einreise von Al Saadi Gaddafi war alles vorbereitet. Doch nun flogen die Pläne auf, illegal nach Mexiko zu reisen. Die Regierung entdeckte das Komplott.

Al Saadi Gaddafi ist der dritte Sohn von Muammar al Gaddafi. Quelle: Reuters
Al Saadi Gaddafi ist der dritte Sohn von Muammar al Gaddafi. Quelle: Reuters

Mexiko-StadtDie mexikanische Regierung hat nach eigenen Angaben die geplante illegale Einreise eines Sohnes des ehemaligen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi nach Mittelamerika verhindert.

Anzeige

Al Saadi Gaddafi, der in Niger lebt, sollte zusammen mit seiner Familie unter falschem Namen und mit gefälschten mexikanischen Papieren nach Mexiko gelangen, erklärte Innenminister Alejandro Poire am Mittwoch. Das Komplott sei bereits Anfang September aufgeflogen, als Al Saadi Gaddafi nach dem Sturz seines Vaters aus Libyen geflohen sei.

An dem Plan seien vermutlich vier Personen aus Mexiko, Kanada und Dänemark beteiligt gewesen, sagte Poire auf einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt. Die Verdächtigen hätten in Mexiko Bankkonten eröffnet und in mehreren Teilen des Landes Häuser für den Gaddafi-Clan gekauft, unter anderem in dem Ferienort Bahia de las Banderas an der Pazifikküste.

Drahtzieherin des Komplotts sei vermutlich eine Kanadierin gewesen, die in direktem Kontakt zur Gaddafi-Familie gestanden habe, erklärte Poire weiter. Die Frau sei am 10. November zusammen mit den drei anderen Verdächtigen festgenommen worden.

Die Vier stünden nun unter Hausarrest wegen des Verdachts auf Dokumentenfälschung. Über eine mögliche Beteiligung von Muammar al Gaddafi an dem Plan sagte der Minister nichts. Der langjährige Machthaber war Ende August gestürzt und am 20. Oktober in Libyen gefasst und getötet worden.

Al-Saadi al-Gaddafi war Anfang Oktober in das libysche Nachbarland Niger geflohen. Die Regierung in Niamey hat es bislang abgelehnt, ihn auszuliefern. Die libysche Justiz wirft dem Sohn des Ex-Diktators vor, als Chef des libyschen Fußballverbandes fremdes Eigentum unter Einsatz von Gewalt und Einschüchterung unterschlagen zu haben.

Bis 2003 führte der Sohn eine Eliteeinheit im Kampf gegen Islamisten in Libyen, dann ging er als Fußballprofi nach Italien, kam kaum zum Einsatz und musste nach Dopingvorwürfen gehen.

  • 07.12.2011, 18:52 UhrAnonymer Benutzer: redfox

    der waere innerhalb von 24 Stunden an die USA ausgeliefert.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Kontrolle weiter abgelehnt: Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Iran plant Bau eines neuen Atomkraftwerks

Der Iran bleibt beim Atomprogramm stur: Kontrolleuren wird nach wie vor der Zugang zu den Anlagen verweigert - gleichzeitig kündigte die Regierung nun den Bau eines neuen Kernkraftwerks an. Streit ist vorprogrammiert.

Umfragewerte: Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Union sinkt in der Wählergunst auf 32 Prozent

Ganze drei Prozent verliert die Union in einer aktuellen Umfrage. Mit nur 32 Prozent Zustimmung muss Merkels Partei sogar aufpassen, nicht von der SPD eingeholt zu werden. Doch aus der Partei kommen optimistische Töne.

Wird Strom teurer?: Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Koalition sorgt sich um Kosten der Energiewende

Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende. Es ist eine Herkulesaufgabe. Nun drohen auch noch die Kosten auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben.

Global Reporting Krieg gegen Krankenhäuser

An einem Sonntagmorgen im Sommer 2011 wollte der 21-jährige Syrer Khaled al-Hamedh Medikamente für seinen kleinen Bruder besorgen. Khaled machte sich auf den Weg zu einem Krankenhaus in seiner Heimatstadt Hama. Die Apotheken in Hama waren... Von Jan Dirk Herbermann. Mehr…

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International