International

_

Kompromiss gefunden: Frankreich reformiert Arbeitsmarkt

Die starren Arbeitsmarktregeln in Frankreich sollen bald der Geschichte angehören. Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich auf einen Kompromiss geeinigt. Frankreich leidet unter hoher Arbeitslosigkeit.

Kompromiss in Frankreich: Die starren Arbeitsmarktregeln in Frankreich sollen bald der Geschichte angehören. Quelle: dpa
Kompromiss in Frankreich: Die starren Arbeitsmarktregeln in Frankreich sollen bald der Geschichte angehören. Quelle: dpa

ParisFranzösische Gewerkschaften und Arbeitgeber haben sich nach zähen Verhandlungen auf eine Reform des Arbeitsmarkts verständigt. Wie die Arbeitgebervertreter am Freitagabend mitteilten, sollen die starren Arbeitsmarktregeln in diesem Jahr gelockert werden. Drei der fünf an den Gesprächen beteiligten Gewerkschaften wollten den Kompromiss unterzeichnen. Eine formelle Einigung über die Lockerung der Arbeitnehmerrechte soll bereits in der nächsten Woche unter Dach und Fach gebracht werden.

Anzeige
Frankreich

Wie beide Seiten am Freitagabend mitteilten, sieht der Kompromiss unter anderem die Möglichkeit von Kurzarbeit in Krisenzeiten vor; zudem können Arbeitgeber in schweren Zeiten ihre Angestellten schneller entlassen. Im Gegenzug müssen Unternehmen eine Art Strafsteuer zahlen, wenn sie mit Kurzzeitverträgen unbefristete Verträge zu umgehen versuchen.

Drei der fünf an den Gesprächen beteiligten Gewerkschaften wollen den Kompromiss unterzeichnen, ebenso alle Unternehmerverbände. Er soll noch in der kommenden Woche von beiden Seiten formal gebilligt werden. Präsident François Hollande bezeichnete die Einigung als einen "Erfolg des sozialen Dialogs". Er rief die Regierung auf, "unverzüglich" einen Gesetzentwurf auszuarbeiten.

Drittes Quartal Frankreichs Wirtschaft mit schwachem Plus

Das Statistikamt sprach von lediglich 0,1 Prozent Wachstum.

Frankreich kämpft mit einer seit 19 Monaten ununterbrochen anwachsenden Arbeitslosigkeit, derzeit sind rund 3,13 Millionen Menschen ohne Arbeit. Eine Reform des Arbeitsmarktes gilt als notwendig, damit die von Hollande angestrebte Trendwende bei den Arbeitslosenzahlen bis Jahresende gelingt. Viele Unternehmen des Landes fallen zudem in internationalen Wettbewerb immer weiter zurück. Sie machen dafür unter anderem zu hohe Arbeitskosten verantwortlich.

  • 12.01.2013, 13:52 UhrPro2010

    Erstaunlich, daß Hollande die Vernunft mitbringt, eine Agenda 2010 einzurichten.
    Anscheinend sind nur Sozis zu solch vernünftuigen Schritten in der Lage - vielleicht, weil die Gewerkschaften den Sozis mehr trauen.
    Denn machen wir uns nichts vor, die Gewerkschafts-(Triller-)Pfeifen haben zusammen mit der linken Jounaille die Macht im Staat und können alle wichtigen Reformschritte abwürgen.

  • 12.01.2013, 13:52 Uhrwonderland666

    da sieht man mal was 9,40 Euro Mindestlohn anrichten.

  • 12.01.2013, 01:32 UhrRobertSchumansErbengemeinschaft

    Mme. Aubry wurde vortrefflich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen entsorgt, frei dem System NWO (Neue Welt Ordnung) der Bilder zu Bergern. Ich frage mich immer lauter, wann wird diese Menschheit in Europa wach, daß sie bemerkt, allesamt werden für umme verscherbelt.

    Was nun Mr. Hollande? Sind Sie der Erfüllungsgehilfe amerikanischer Profiteure, die sich anschicken, die Welt beherreschen zu wollen? Natürlich unter dem Deckmantel der Willfährigkeit allen Geldadels. Wer nicht dazu gehört wird entsorgt. So gesehen, sind Sie für mich die größt Enttäuschung nach dem II. Weltkrieg; denn Sie fahren mit Ihrem Programm gerade, frei dem Motto der Agenda 2010 eines Schredders niedersächsischer Herkunft, die sozialen Komponenten aus dem 1900 Jahrhundert zurück.

    Sie denken es sei nicht mehr zeitgemäß? Nein, wer Arbeitsplätze vernichtet und weniger bis gar nicht weiß, wie neue geschaffen werden, der sollte einmal mehr an die eigene Geschichte erinnert werden. Kanzlerin Merkel hat für sich schon den Status der Revolutionärin reklamiert.

    Nur diese gute Tat muß einem Sozialisten im Halse stecken bleiben. Es werde Licht und die Franzosen allgemein wach, dem ungezügelten Treiben der Abschaffung von sozialen Errungenschaften ein Ende zu bereiten. Nur so wird der Slogan, eine Lebensweisheit, Vive La France den eigentlichen Ansprüchen des Volkes gerecht, où bonjour tristesse encore?

  • Die aktuellen Top-Themen
Internetsteuer in Ungarn: Orbán – angeschlagen, aber nicht geschlagen

Orbán – angeschlagen, aber nicht geschlagen

Es war ein Etappensieg für das liberale Ungarn: Konzerne, Medien und die Massen zwingen Orbán, das geplante Gesetz zur Internetsteuer zurückzuziehen. Doch Ungarns Premier ist noch längst nicht geschlagen. Im Gegenteil.

Pkw-Maut: Österreich erwägt weiterhin Klage

Österreich erwägt weiterhin Klage

Der österreichische Verkehrsminister lässt das Konzept der in Deutschland geplanten Pkw-Maut rechtlich überprüfen. Danach werde entschieden, ob „weitere Schritte“ notwendig seien. Eine Klage schließt Wien nicht aus.

Zentralrat der Juden: Graumann kandidiert nicht mehr

Graumann kandidiert nicht mehr

Dieter Graumann ist die Stimme von Deutschlands jüdischen Gemeinden. Nun hat er bekanntgegeben, dass er bei der Wahl zum Zentralrats-Präsidenten nicht mehr kandidiert. Ein potentieller Nachfolger steht schon bereit.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International