Kompromiss nicht in Sicht
Protest in Bangkok bleibt friedlich

Die Regierungsgegner in Bangkok marschieren zu Ministerien. Sie rufen Beamte zum Streik auf und bestehen weiter auf dem Rücktritt der Regierungschefin. Die weigert sich. Ein Kompromiss ist nicht in Sicht.
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BangkokMit Protestmärschen zu Ministerien haben mehrere tausend Demonstranten ihren Protest gegen die thailändische Regierung am Dienstag ausgeweitet. Von den Protestlagern an verschiedenen Standorten der Innenstadt von Bangkok zogen jeweils einige Tausend Menschen zu den Regierungsbüros und riefen Regierungsbeamte auf, sich der Protestbewegung anzuschließen. Sie drangen nicht in die Gebäude ein. Die meisten Büros waren nur spärlich besetzt. Die Demonstranten wollen die Regierung stürzen und die Wahlen am 2. Februar verhindern. Sie verlangen vor Neuwahlen Reformen des politischen Systems.

Im Machtkampf mit der Regierung von Yingluck Shinawatra zeichnete sich kein Kompromiss ab. Der Protestanführer hat alle Gespräche abgelehnt. „Wir kämpfen bis zum Sieg“, sagte Protestanführer Suthep Thaugsuban bei einer Kundgebung. „Wir werden weder die Flughäfen belagern noch die Züge oder die Börse besetzen“, versprach er. „Wir wollen die Ministerpräsidentin nur zwingen, zurückzutreten.“

„Ich bleibe im Amt, um das demokratische System hochzuhalten, das dem thailändischen Volk gehört“, schrieb die Regierungschefin auf ihrer Facebook-Seite. Sie soll am Sonntag zum Rücktritt bereit gewesen sein, berichtete die Zeitung „Nation“. Ihr Bruder Thaksin Shinawatra habe sie davon abgehalten.

Thaksin war bis zum Militärputsch 2006 Regierungschef. Er lenkt die Geschäfte der Regierungspartei Pheu Thai aus dem Exil, wie Regierungsmitglieder angeblich eingeräumt haben. Er lebt in Dubai, um einer zweijährigen Haftstrafe wegen Amtsmissbrauchs zu entgehen. Die regierungskritische Zeitung berief sich auf nicht genannte Quellen innerhalb der Regierungspartei.

In Bangkoks Stadtzentrum entlang der Einkaufs- und Hotelstraße Sukhumvit Road hielten die Demonstranten weiter mehrere große Kreuzungen besetzt. Der Verkehr musste umgeleitet werden. Große Einkaufszentren in der Umgebung schlossen bereits um 18.00 statt 22.00 Uhr Ortszeit. Der öffentliche Schienenverkehr über Hochbahn und U-Bahn lief weiter. Am Montag hatten Zehntausende die Innenstadt Bangkoks lahmgelegt. Die Proteste blieben friedlich. Gut 15.000 Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, hielten sich aber im Hintergrund.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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