Konferenz der Uno
Ban warnt Bush vor Klima-Alleingängen

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Weltgemeinschaft eindringlich zum schnellen Handeln gegen den Klimawandel aufgerufen. Es sei nun ein Durchbruch in den internationalen Verhandlungen über die Reduzierung von Treibhausgasen notwendig. Doch wirkliche Fortschritte auf der Uno-Konferenz sind unwahrscheinlich. US-Präsident Bush hat andere Pläne.

HB NEW YORK. Bei der Uno-Konferenz wollte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel das Wort ergreifen. Die CDU-Politikerin brach am Vormittag nach New York auf. Insgesamt standen rund 70 Staats- und Regierungschefs auf der Teilnehmerliste. Noch nie zuvor hat eine so hochkarätig besetzte Konferenz zum Klimaschutz stattgefunden.

Konkrete Ergebnisse wurden jedoch nicht erwartet. Bei dem Treffen einen Tag vor Beginn der Vollversammlung der Vereinten Nationen sollten aber erste Weichen für die Uno-Klimakonferenz auf Bali im Dezember gestellt werden, bei der es um eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll geht. Dieses ist das einzige weltweite Klimaabkommen, das eine Verminderung von Treibhausgasen verbindlich vorschreibt. 2012 läuft es aus. Für die Zeit danach sollen weit strengere Minderungsziele vereinbart werden.

„Der Uno-Klimaprozess ist das angemessene Forum für Verhandlungen über ein globales Vorgehen“, sagte Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon in seiner Rede. Damit warnte er indirekt vor Alleingängen, etwa der Vereinigten Staaten. US-Präsident George W. Bush nahm nicht an der New Yorker Konferenz teil, hat aber für Donnerstag und Freitag die 16 größten Verschmutzerstaaten und die EU nach Washington eingeladen. Kritiker sehen darin den Versuch, parallel zur Uno einen zweiten Klimaprozess in die Wege zu leiten.

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der als Vorreiter des Klimaschutzes in seinem Land gilt, versicherte, dass die USA sich dem globalen Kampf gegen den Klimawandel nicht verschließen werden. „Kalifornien wird die Vereinigten Staaten ungeachtet aller Diskussionen und Zweifel zum Handeln drängen“, sagte er.

In das Klimaabkommen für die Zeit nach 2012 sollen auch die großen Verschmutzerländer wie USA und China einbezogen werden, die an das Kyoto-Protokoll nicht gebunden sind, aber zusammen 40 Prozent der weltweiten Emissionen verursachen. „Es kann sich kein Land ausnehmen, denn für jedes Land stellt der Klimawandel eine Bedrohung dar“, sagte Merkel vor ihrer Abreise.

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