Konferenz in Paris

Kampf um ehrgeizige Klimaziele

Ein weltweiter Vertrag – darauf wollen sich die Delegierten der Klimakonferenz einigen. Die EU versucht weiterhin, harte Klimaziele durchzusetzen. Sie stößt jedoch auf erheblichen Widerstand.
Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon (m.) freut sich über die 6,2 Millionen Unterschriften von Menschen, die einen ehrgeizigen Klimavertrag fordern. Quelle: Reuters
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Uno-Generalsekretär Ban Ki-moon (m.) freut sich über die 6,2 Millionen Unterschriften von Menschen, die einen ehrgeizigen Klimavertrag fordern.

(Foto: Reuters)

ParisTrotz intensiver Verhandlungen geht auf der Klimakonferenz in Paris nur wenig voran. Gao Feng, ein Mitglied der chinesischen Delegation zeigte sich am Donnerstag dennoch zuversichtlich, dass ein neuer Klimavertrag beschlossen wird, „der die Weltgemeinschaft in eine Zukunft mit einer kohlenstoffarmen Wirtschaft führen wird“ – das heißt, weg von Kohle, Öl und Gas. Möglicherweise werde es notwendig sein, die Verhandlungen bis Samstag zu verlängern. Aus der EU-Delegation hieß es: „Es liegt noch viel harte Arbeit vor uns.“

Ein Knackpunkt blieb, wann und wie die Klimaziele der Länder verschärft werden sollen. Denn nur so lässt sich aus Forschersicht die Erderwärmung auf unter zwei Grad begrenzen und ein weltweit gefährlicher Klimawandel noch abwenden.

Weltweite Demonstrationen für den Umweltschutz
Demonstrant in Jakarta
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Bei mehreren Tausend Veranstaltungen weltweit haben Demonstranten mehr Umweltschutz und den Abschluss eines Vertrags beim Pariser UN-Klimagipfel gefordert.

Menschenkette in Paris
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Trotz eines Verbots bildeten Demonstranten am Sonntag sogar in Paris, wo nach den Terroranschlägen vom 13. November Ausnahmezustand herrscht, Menschenketten.

Schuhe statt Menschen
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Offiziell erlaubt war eine Aktion auf dem Platz der Republik im Zentrum von Paris. Die Bürgerbewegung Avaaz stellte dort Tausende alte Schuhe auf. Sie sollten Hunderttausende Demonstranten symbolisieren, die wegen des Kundgebungsverbots nicht kommen konnten.

Zusammenstöße mit der Polizei
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Einige Dutzend Demonstranten haben in Paris die Polizei attackiert. Die Sicherheitsbeamten setzten Tränengas ein.

Angriffe auf Behörden
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Mehrere Dutzend Vermummte warfen Flaschen und andere Wurfgeschosse auf Polizisten. Nach Angaben eines Behördensprechers wurden 100 Menschen vorübergehend festgenommen. Niemand sei ernsthaft verletzt worden.

Ausnahmezustand in Paris
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In Frankreich herrscht seit der islamistischen Terrorserie, der am 13. November 130 Menschen zum Opfer gefallen waren, der Ausnahmezustand. Öffentliche Kundgebungen sind verboten.

Proteste in Sydney
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Noch vor den Parisern gingen Zigtausende Australier auf die Straße, um gegen eine weitere Aufheizung der Erdatmosphäre demonstrieren. Alleine in Sydney protestierten mehr als 45.000 Menschen.

Die EU möchte, dass die Ziele bereits von 2018 oder 2019 an alle fünf Jahre überprüft und anschließend, etwa ab 2021, nachgebessert werden. China will sich darauf nicht verpflichten lassen. Gao Feng sagte, sein Land könne sich zwar vorstellen, 2025 über neue Ziele nachzudenken, aber diese sollten auch nicht rechtlich bindend sein. Der französische Grünen-Europaabgeordnete Yannick Jadot erklärte, eine späte Überprüfung gefährde die Bemühungen um mehr Klimaschutz.

Andere Staaten stellen sich dagegen in etlichen Punkt quer. Aus Verhandlerkreisen verlautete, es werde für die EU und die USA womöglich leichter sein, Kompromisse mit China und Indien zu finden, als die Ablehnungsfront der Staaten um Saudi-Arabien zu durchbrechen. Diese wollen vor allem verhindern, dass ihr Geschäft mit Öl und Gas durch den neuen Klimavertrag leidet.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon traf sich auf dem Konferenzgelände mit Vertretern zahlreicher Klimaschutzorganisationen. Er sei sehr dankbar für die von ihnen gesammelten 6,2 Millionen Unterschriften von Menschen, die einen ehrgeizigen Pariser Vertrag fordern. „Die Menschen dieser Welt verlangen Taten, und ihre Botschaft lautet, die Zeit zu handeln ist jetzt.“

„Alles ist noch zu gewinnen“
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