Konferenz in Teheran
Iran fordert Waffenstillstand in Syrien

29 Staaten haben in Teheran über Syrien beraten, jedoch ohne Länder, die Assads Rücktritt fordern. Der Iran gab an, er habe Kontakt zu Oppositionsgruppen - und bekam Unterstützung bei der Forderung nach Waffenstillstand.
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Teheran/LondonZum Abschluss der Teheraner Syrien-Konferenz haben die 29 Teilnehmerstaaten die Konfliktparteien zur Aufnahme eines "nationalen Dialogs" aufgerufen.

Irans Außenminister Ali Akbar Salehi sagte am Donnerstag, ein "Großteil der syrischen Opposition" habe sich ohne Vorbedingungen zur Teilnahme an einem Dialog mit der syrischen Regierung bereiterklärt. Die Gespräche könnten in Teheran stattfinden.

Den Angaben zufolge ist Iran im Kontakt mit Oppositionsgruppen innerhalb Syriens ebenso wie im Ausland. Namen der Gruppen nannte Salehi aber nicht. "Es ist ein Fehler zu glauben, dass (die syrische Regierung) sich durch Druck ändern wird", sagte Salehi, dessen Land Syriens wichtigster Verbündeter in der Region ist.

An der Konferenz nahmen Vertreter von 29 Staaten teil, darunter Russland, China, Pakistan, Indien, Irak und weitere arabische Staaten. Westliche Nationen und die Mehrzahl der arabischen Länder, die wie syrischen Rebellen den Rücktritt Assads fordern, waren in Teheran nicht vertreten.

Der Minister kritisierte die USA, Saudi-Arabien, Katar und die Türkei. Der Iran wirft ihnen vor, die syrischen Aufständischen in ihrem Kampf gegen Präsident Baschar al-Assad mit Waffen zu unterstützen. Regierung und Opposition fechten in der Millionenstadt Aleppo derzeit die möglicherweise entscheidende Schlacht in dem seit 17 Monate andauernden Machtkampf aus.

Die teilnehmenden Staaten hätten in einer gemeinsamen Erklärung die iranische Forderung nach einem dreimonatigen Waffenstillstand unterstützt, hieß es im iranischen Staatsfernsehen. Der UN-Generalsekretär kritisierte in einer verlesenen Grußbotschaft, dass Staat und Rebellen auf Gewalt setzten. Auf diesem Weg werde es keinen Sieger in Syrien geben.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Susan Rice, warf dem Iran am Donnerstag vor, eine "schädliche Rolle" im Syrien-Konflikt zu spielen. Die "Achse des Widerstands" aus Iran, Syrien und der libanesischen Hisbollah sei "schlecht für die Region". In der vergangenen Woche hatte Said Dschalili, der Vertreter von Irans geistlichem Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei, bei einem Besuch in Damaskus gesagt, der Iran werde niemals zulassen, dass die "Achse des Widerstands" gegen Israel zerbrochen werde.

Der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, erklärte am Donnerstagabend, es gebe "Beweise", dass der Iran Assad beim "Mord an seinem eigenen Volk" unterstütze. Washington ebenso wie die syrischen Aufständischen werfen den iranischen Revolutionsgarden vor, die Regierungstruppen beim Kampf gegen die Rebellen zu unterstützen. Konkrete Belege haben sie bisher aber nicht vorgelegt.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • http://www.flickr.com/photos/heiratsschwindlerfrank/

  • Sollen wir wieder die Trennungs/Scheidungsfolgekosten per Steuerfianziertem Bafög und Stadtverordneten oder Ortsbeiratsbezügen für die Ladies von den Grünen oder der SPD im 25 km Radius Frankfurt/Main und drumherum fianzieren? Gruß auch an Paolo Pinkel.

    Ich bin aus historischer Verantwortung als deustcher, wenn auch Gnade der späten Geburt nicht erbsündig, dem "Herzelschen Judenstaat(?)" Israel verflichtet. ("REliGION" einziges Wort was meinen Aufenthalt Anfang 1999 in Jerusalem beschreibt).

    beispielsweise so: "high-strength high-density tungsten-alloy penetrator rod forming the projectile." - TUNGSTEN [en]<>[de] WOLFRAM

    GOOGLE:// "tungsten site:imi-israel.com"
    GOOGLE:// "baehring site:wolfram.at"

    http://www.wolfram.at/wolfram_at/wDeutsch/kontakt/WBH_Info_Deu.pdf http://www.sibat.mod.gov.il/NR/rdonlyres/3C8794FC-CD8F-4599-95AC-622177CBF787/0/eurosatory2012.pdf

    bitte nicht verwechseln mit

    GOOGLE:// "baehring site:boersen-zeitung.com"

    http://d-nb.info/gnd/170136116

  • Es ist wirklich zynisch, Iran Unterstützung Assads vorzuwerfen, während die USA und Israel Angriffspläne gegen Iran schmieden und über das NATO-Land Türkei Waffen und ausländische Kämpfer nach Syrien gelangen - einem Land, das auf der amerikanischen Liste derer steht, die die USA "befreien" wollen, wie Irak und Libyen - das hat uns General Wesley Clark ja schon 2007 verraten. Die syrische Inlandsopposition ist wohl kaum erfreut über den Terror der von außen eingedrungen ist und zu dieser Eskalation geführt hat. Im Interesse der syrischen Bevölkerung ist das jedenfalls nicht gewesen und für die vielen Todesopfer und heimatlosen Flüchtlinge kann man nicht einseitig Assad verantwortlich machen. Die iranische Initiative kann man da nur loben und ein Waffenstillstand ist ja wohl ein vernünftiger Vorschlag.

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