Konferenz „The Hamburg Summit“
Altkanzler Schmidt: China braucht noch Zeit

Altbundeskanzler Helmut Schmidt hat mehr Geduld für einen politischen Wandel in der Volksrepublik China gefordert. „Mit der Entwicklung der Marktwirtschaft wird sich auch die autoritäre politische Kultur verändern. Aber diese Veränderungen brauchen Zeit“, sagte Schmidt zum Auftakt einer chinesisch-europäischen Wirtschaftskonferenz in Hamburg.

HB HAMBURG. Jeder ernsthafte Versuch von außen, den politischen Reformprozess in China zu beschleunigen, sei zum Scheitern verurteilt, meinte der Altkanzler. „Einige westliche Politiker und Intellektuelle halten sich für moralisch dazu berufen, die Chinesen in Sachen Demokratie und Menschenrechte zu kritisieren oder gar zu geißeln, aber ihnen fehlt die Achtung für eine andere Zivilisation, die sich über 3000 Jahre entwickelt hat.“

Geduld forderte Schmidt, der als erster deutscher Bundeskanzler 1975 China besucht hatte, aber auch von der Volksrepublik. „Unsere chinesischen Freunde sollten nicht vergessen, dass Jahrzehnte vergehen werden, bis ihr Land eine wirtschaftliche Weltmacht geworden ist, und noch länger, bis China zu einer militärischen Supermacht herangewachsen sein wird“, sagte er. Der Altkanzler ist einer der Schirmherren der dreitägigen Konferenz „The Hamburg Summit“, zu der Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft in Hamburg zusammentreffen. Sie soll nach ihrer diesjährigen Premiere künftig alle zwei Jahre stattfinden.

Im Laufe des Abends sollte Schmidt als erster für seine Verdienste um die Beziehungen zwischen Europa und China mit dem Preis der Veranstaltung „The Hamburg Summit - China meets Europe“ ausgezeichnet werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%