Konflikt
Georgien sieht sich kurz vor Krieg mit Russland

Nach den Worten eines Ministers befindet sich Georgien kurz vor einem Krieg mit Russland. In den vergangenen Tagen hatte Russland die Zahl der Friedenstruppen in den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien erhöht.

HB BRÜSSEL. Der Staatsminister für Fragen der Reintegration, Temur Jakobaschwili, begründete seine Einschätzung am Dienstag in Brüssel mit der Stationierung zusätzlicher russischer Soldaten in der abtrünnigen georgischen Region Abchasien.

„Wir müssen im wahrsten Sinne des Wortes einen Krieg abwenden.“ Auf die Frage, wie nah die Spannungen an einem Krieg seien, sagte Jakobaschwili: „Sehr nah, weil wir die Russen sehr gut kennen.“

Russland hatte in den vergangenen Tagen die Zahl der Friedenstruppen in den abtrünnigen georgischen Regionen Abchasien und Südossetien erhöht, zusätzliche Kontrollstellen an deren Grenzen eingerichtet und nach Angaben aus Tiflis auch ein unbemanntes georgisches Aufklärungsflugzeug abgeschossen.

Russland hatte die Verstärkung seiner Truppen in Abchasien damit begründet, einen georgischen Angriff auf die Region verhindern zu wollen. Die Führung in Tiflis hat den Vorwurf ebenso wie die Anschuldigung zurückgewiesen, den Westen in einen Krieg verwickeln zu wollen.

Zwischen Russland und Georgien gibt es zusätzliche Spannungen, weil die Kaukasusrepublik in die Nato strebt.

Der abchasische „Außenminister“ Sergei Schamba schlug unterdessen vor, dass Russland die militärische Kontrolle über die Region übernehmen solle. Im Gegenzug verlange Abchasien Sicherheitsgarantien von der Moskauer Regierung, sagte Schamba der Zeitung „Iswestija“.

Die Europäische Union hatte sich zuvor „ernsthaft besorgt“ über die zunehmenden Spannungen zwischen Russland und Georgien gezeigt. „Die EU fordert alle Seiten auf, keine Schritte zu unternehmen, die die Spannungen verschärfen könnten“, heißt es in einer Erklärung der derzeitigen slowenischen EU-Ratspräsidentschaft.

In der Erklärung bekräftigt die EU ihre Unterstützung der territorialen Unverletzlichkeit Georgiens und internationaler Bemühungen zu einer friedlichen Lösung des Konflikts.

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