Konflikt im Gaza-Streifen
Panzer und Drohgebärden

Der Konflikt zwischen Israel und den Entführern des israelischen Soldaten Gilad Schalit droht weiter zu eskalieren. Die Entführer fordern die Freilassung von 1 000 Häftlingen aus Israelischen Gefängnissen. Israel kündigte unterdessen an, im Notfall „selber für die Heimkehr des Soldaten zu sorgen“.

HB GAZA. Die Entführer des israelischen Soldaten Gilad Schalit fordern die Freilassung von 1 000 Häftlingen aus Gefängnissen in Israel. Weiter verlangten sie in einer am Samstagmorgen im Hamas-Rundfunk in Gaza verbreiteten Erklärung ein Ende der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen. Unter den freizulassenden Häftlingen könnten auch nicht-palästinensische Muslime und Araber sein, hieß es in der gemeinsamen Erklärung vom militärischen Flügel der Hamas-Bewegung, der Volkswiderstandskomitees und der Armee des Islams. Die drei militanten Gruppen hatten sich zu der Entführung des Israelis Schalit vor knapp einer Woche bekannt.

Israel flog in der Nacht zum Samstag Luftangriffe auf Straßen im mittleren und nördlichen Teil des Gazastreifens. Damit sollte nach Armeeangaben die Bewegungsfreiheit von militanten Palästinensern eingeschränkt werden. Mutmaßliche Abschussstellungen für Kassam- Raketen seien mit Artilleriefeuer belegt worden.

Ein Hamas-Sprecher erklärte am Samstag, die in der Erklärung genannten Bedingungen seien die Voraussetzung für die Freilassung des 19-jährigen Soldaten. Zuvor hatten die Entführer die Freilassung aller weiblichen und minderjährigen Häftlinge gefordert. Die israelische Regierung lehnte Verhandlungen mit den Kidnappern erneut ab. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums forderte am Samstag die bedingungslose Freilassung des Soldaten. Andernfalls werde Israel selbst für seine Heimkehr sorgen.

Die Entführer warfen Israel vor, ungeachtet internationaler Vermittlungsbemühungen einseitig auf militärische Macht zu setzen. „Der Feind und seine politische Führung“ seien unter dem Einfluss von Militär- und Sicherheitskommandeuren, die „nur die Sprache der Invasion, Zerstörung und des Tötens zu persönlichen Zwecken kennen“, hieß es in der Erklärung. Wiederholt wurde auch die frühere Forderung auf eine Freilassung aller weiblichen und minderjährigen Palästinenser in israelischen Gefängnissen im Austausch gegen Informationen über den verschleppten Schalit. In einer Sondersitzung des Weltsicherheitsrats lieferten sich Vertreter Israels und der Palästinenser unterdessen einen heftigen Schlagabtausch. Der palästinensische UN-Beobachter Rijad Mansur wiederholte Vorwürfe an Israel, schon vor Schalits Verschleppung eine Großoffensive im Gazastreifen geplant zu haben, um die jüngste Einigung über die Zukunft der Autonomiegebiete zwischen Fatah und Hamas zu torpedieren. Israels Ziel sei der Kollaps der Autonomieregierung, damit es ungehindert einseitige Schritte verfolgen könne.

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