Konflikt im Irak
Kurden wollen über Unabhängigkeit abstimmen

Um sie herum kämpfen rivalisierende Gruppen, zuletzt riefen die Dschihadisten der Isis ein Kalifat aus: Die Kurden im Irak wollen Distanz zu dem Konflikt gewinnen. Sie pochen auf ihre Autonomie und wollen abstimmen.
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LondonDer Präsident der autonomen Kurdenregion im Nordirak, Massud Barsani, hat eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit des Gebietes angekündigt. Barsani sagte vor dem Hintergrund der anhaltenden Dschihadisten-Offensive im Land dem britischen Sender BBC am Dienstag, die Zeit für ein Referendum sei reif. Der Irak sei in Wirklichkeit bereits geteilt. Die sunnitische Dschihadistenorganisation Islamischer Staat in Irak und Großsyrien (Isis) hatte am Sonntag ein „Kalifat“ in Teilen des Iraks und Syriens als Kern eines Gottesstaates ausgerufen und sich in Islamischer Staat (IS) umbenannt.

Barsani sagte: „Wir werden die Entscheidung unseres Volkes anerkennen und dadurch gebunden sein und hoffen, dass andere dies ebenfalls tun werden.“ Ein Datum für das Referendum könne er nicht nennen, dies müsse das Parlament entscheiden. Die Abstimmung in den irakischen Kurdengebieten werde aber binnen Monaten stattfinden. Davor müsse eine unabhängige Wahlbehörde eingerichtet werden.

Die Kurden haben infolge des Rückzugs der irakischen Armee vor den Dschihadisten in den vergangenen Wochen die Kontrolle über mehrere umstrittene Gebiete übernommen, darunter die ethnisch gemischte Erdölstadt Kirkuk. US-Vertreter gaben zu, dass die Gebietsgewinne nicht leicht wieder rückgängig zu machen sein würden. Zugleich dringt Washington aber darauf, dass die Kurden die irakische Zentralregierung in Bagdad unterstützen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sicherte den Kurden bereits Unterstützung beim Streben nach Unabhängigkeit zu.

Die islamisch-konservative Regierung in Ankara lehnt eine Unabhängigkeit der irakischen Kurden dagegen entschieden ab. In der Türkei stellen die Kurden ebenfalls eine starke Minderheit. Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) griff einst für ein unabhängiges Kurdistan zu den Waffen. Mittlerweile fordert sie mehr Autonomie für die 15 Millionen Kurden, das Recht auf Schulbildung in kurdischer Sprache und die Freilassung kurdischer Häftlinge.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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