Konflikt in Afrika
Berlin und Paris schicken Brigade nach Mali

Deutschland und Frankreich wollen Mali zusammen stabilisieren. Deshalb schicken beide Länder eine gemeinsame Brigade in die Krisenregion. Der Ausbildungseinsatz soll die Außen- und Sicherheitspolitik der EU stärken.
  • 5

ParisDie Regierungen in Paris und Berlin schicken Teile der deutsch-französischen Brigade zum Einsatz in das von radikalen Islamisten terrorisierte Mali. Im Rahmen der EU-Mission sollen die Einheiten malische Streitkräfte ausbilden und beraten, kündigten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande am Mittwoch in Paris nach dem deutsch-französischen Ministerrat an.

Ein Kampfeinsatz ist zunächst nicht geplant. Hollande und Merkel machten keine Angaben über die Stärke der Einheit. Berichte, wonach 250 Soldaten nach Mali geschickt werden sollen, wurden nicht bestätigt. Der Bundestag solle dem Einsatz noch im Februar zustimmen, hieß es in Paris.

Für Hollande ist der Einsatz in Mali „mehr als ein Symbol der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Europa und Afrika“. Es gelte dafür zu sorgen, dass die Sicherheit wieder Einzug erhalte in dem Land. Der Beschluss zeige, wie einig sich Deutschland und Frankreich dabei seien. Merkel sprach von humanitärer Hilfe und einer Aufgabe, die einen „langen Atem“ erfordere. „Die malische Armee auszubilden wird eine längere Aufgabe sein.“ Dabei helfe die sehr gute Kooperation.

Die vor 25 Jahren gegründete deutsch-französische Brigade umfasst rund 5.000 Soldaten beider Länder. 1996 war in Bosnien der erste Auslandseinsatz, es folgten Einsätze im Kosovo und in Mazedonien. Der Einsatz im westafrikanischen Mali ist der erste EU-Einsatz der Brigade.

Auch angesichts der Eskalation der Gewalt in der Ukraine dringen Deutschland und Frankreich auf eine gemeinsame Antwort der EU. „Wir werden alles in unserer Kraft Stehende dafür tun, damit ein politischer Dialog wieder in Gang kommt“, sagte Kanzlerin Merkel in Paris. Hollande betonte, die Verantwortlichen müssten wissen, „dass sie auf jeden Fall sanktioniert werden“.

Eine Einigung über die lange angekündigte Finanztransaktionssteuer wollen Deutschland und Frankreich nun noch vor der Europawahl Ende Mai erreichen. Merkel betonte, auch wenn es bis dahin vielleicht nur einen ersten Schritt geben sollte, wäre es ein „wichtiges Signal“ an die Menschen. Hollande nannte es entscheidend, dass die Steuer überhaupt komme.

Auf französische Einladung nimmt Merkel am 6. Juni am Gedenken zum 70. Jahrestag der Landung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg in der Normandie teil. Hollande sprach von „einem großen Zeichen“ für die deutsch-französische Freundschaft. Erwartet werden auch die britische Königin Elizabeth II. und US-Präsident Barack Obama. Als erster deutscher Regierungschef hatte 2004 Kanzler Gerhard Schröder (SPD) am Gedenken zum „D-Day“ teilgenommen. Die Landung der alliierten Streitkräfte in der Normandie am 6. Juni 1944 markierte den Anfang der Befreiung Westeuropas vom Nationalsozialismus.

Eine engere Kooperation streben die deutsche und die französische Regierung in weiteren Bereichen an. So soll eine neue Generation von Überwachungsdrohnen bis 2025 entwickelt werden. Beide Länder planen ein gemeinsames Projekt zur Vernichtung von Waffen und Munition in Libyen. Vorhaben der Energiewende sollen aufeinander abgestimmt werden. Für die UN-Klimaschutzkonferenz 2015 in Paris wollen sich beide Länder für den Abbau von mindestens 40 Prozent bei den Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 einsetzen.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konflikt in Afrika: Berlin und Paris schicken Brigade nach Mali"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Zitat : Für Hollande ist der Einsatz in Mali „mehr als ein Symbol der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich, zwischen Europa und Afrika“.

    - mit so einem billigen Spruch hat der kleine Fränschman die Murksel gekauft....und in Kriegsregion gelockt...?!!!

    Unfassbar !

  • Da wird "Blitzkrieg-Uschi" sich freuen , endlich werden die 5000 Soldaten der D/F Brigade aktiv eingesetzt zur Ausbildung. Aber wenn man schon in Mali ist, kann der Einsatz jederzeit scharf gemacht werden. Komisches Europa.Kaputtes Europa.

  • Rechtsbrüche des GG und Maastrichtvertrages sind in der heutigen Politik an der Tagesordnung. Wer bestraft das? Als Bürger kann man nur noch Anti-EU-Parteien wählen, damit die Frechheit endlich aufhört. Deutschland hat aus den Weltkriegen nichts gelernt. Und das Schlimmste ist heute, dass laufend gegen den Bürgerwillen verstoßen wird. Auch die Umsetzung des Antikorruptionsgesetzes der UN ist vonnöten, wie es die maßlosen Affären in Deutschland zeigen. Die Skrupellosigkeit der Politik ist nicht mehr hinzunehmen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%