Konflikt in der Ostukraine
Kriegsparteien zünden OSZE-Fahrzeuge an

Es ist ein inakzeptabler Angriff, deshalb will für die neuste Attacke auf OSZE-Fahrzeuge in der Ukraine auch niemand verantwortlich sein. Prorussische Separatisten und ukrainisches Militär beschuldigen sich gegenseitig.
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In der ostukrainischen Separatistenhochburg Donezk haben Unbekannte in der Nacht zum Sonntag vier Fahrzeuge der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in Brand gesetzt. Die OSZE-Beobachtermission sprach am Sonntag von einem Brandanschlag. Die vier auf einem Hotelparkplatz abgestellten Geländewagen brannten vollständig aus. Wer hinter dem Anschlag steckte, war zunächst unklar.

Der ukrainische Militärsprecher Alexander Motusjanyk erklärte, „Komplizen“ der prorussischen Rebellen hätten den Anschlag als Reaktion auf die „unvorteilhaften Informationen“ verübt, die die OSZE in jüngster Zeit über die Separatisten veröffentlicht habe. Die prorussischen Rebellen machten dagegen auf ihrer Internetseite „ukrainische Saboteure“ für die „Provokation“ verantwortlich. Ihr Vertreter Denis Puschilin kündigte eine Verstärkung der Schutzmaßnahmen für die Vertreter der Mission an, um derartige Vorfälle künftig zu verhindern.

Seit einigen Wochen häufen sich Angriffe auf Vertreter der OSZE-Mission, die die Umsetzung der Vereinbarungen von Minsk überwachen sollen. Nachdem ein OSZE-Vertreter Ende Juli unter gezielten Beschuss geraten und leicht verletzt worden war, hatte der stellvertretende Missionsleiter Alexander Hug angekündigt, die Einsätze in dem Krisengebiet zu überprüfen.

Die Organisation ist mit mehreren hundert Beobachtern vor Ort, um den brüchigen Waffenstillstand zwischen ukrainischen Regierungstruppen und Rebellen zu überwachen. Nach Angaben der Armee vom Sonntag wurden bei Scharmützeln entlang der gesamten Front binnen 24 Stunden ein Soldat getötet und zehn weitere verletzt.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Tschetschenien, Georgien, Ukraine. Als nächstes kommen die Länder im Baltikum und später dann Polen. Wenn der Westen nicht genügend Härte zeigt. Die Russen sind und waren schon immer unempfindlich gegen jegliche Diplomatie, sie brauchen härtere Argumente. Das ist schon seit Ewigkeiten so gewesen, auch noch lange vor der Sowjetunion und auch danach. Dieses Verhalten ist tief verwurzelt im Russischen "ich" Empfinden. Das nennen die Leute auch "Die Russische Seele" - http://bit.ly/1KWLYZz

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