Konflikt in Korea
Nordkorea droht Süden mit Vernichtung

Der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea gewinnt an Brisanz. Nun hat ein nordkoreanischer Diplomat ungewöhnlich scharfe Worte gewählt - und droht dem Nachbarn offen mit der „endgültigen Vernichtung“.
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GenfNordkorea hat dem Süden mit der Zerstörung gedroht und damit Empörung bei einer UN-Abrüstungskonferenz ausgelöst. Der nordkoreanische Diplomat Jon Yong Ryong sagte am Dienstag in Genf, Südkoreas unberechenbares Verhalten werde dessen "endgültige Vernichtung" einläuten. Zum jüngsten Atomtest sagte Jon, sollten sich die USA weiter feindlich verhalten, werden sein Land keine Wahl haben, als "einen zweiten und dritten noch stärkeren Schritt" zu tun. Einzelheiten nannte er nicht. Die Delegierten von Staaten wie Südkorea, den USA und Deutschland kritisierten umgehend Jons Erklärung.

"Wie das Sprichwort sagt, kennt der neugeborene Welpe keine Angst vor dem Tiger", erklärte Jon. "Südkoreas unberechenbares Verhalten wird nur seine endgültige Vernichtung einleiten." Der Atomtest seines Landes sei angesichts einer atomaren Erpressung der USA ein Akt der Selbstverteidigung. "Die Armee und das Volk Nordkoreas sind darauf ausgerichtet und dazu entschlossen, die selbstherrliche Politik mit einer Politik der harten Hand zu kontern und auf Druck und Sanktionen mit uneingeschränkten Gegenmaßnahmen zu reagieren."

Diplomaten anderer Staaten zeigten sich empört. "Ich habe in meiner 30-jährigen beruflichen Laufbahn noch nie etwas Derartiges gehört", sagte der spanische Vertreter Javier Gil Catalina. Er sprach von einer möglichen Verletzung des internationalen Rechts. Die britische Botschafterin Joanne Adamson sprach von einer völlig unpassenden Wortwahl. Ihre US-Kollegin Laura Kennedy bezeichnete die Bedrohung als verstörend und beleidigend. Weder China - Nordkoreas einziger großer Verbündeter - noch Russland nahmen Stellung. Beide Staaten verfügen über ein Vetorecht im UN-Sicherheitsrat.

Das kommunistisch regierte Nordkorea hatte vor einer Woche einen unterirdischen Atomtest vorgenommen und damit Kritik aus der ganzen Welt auf sich gezogen. Auch der Sicherheitsrat verurteilte den Test. Die Führung in Pjöngjang bereitet offenbar weitere Versuche vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters aus China erfahren hat. Der nächste Atomtest werde mit zehn Kilotonnen TNT eine größere Sprengkraft haben als der von vergangener Woche. Ziel der Drohungen Nordkoreas sei es, die USA zu Gesprächen zu zwingen.

Die EU hatte am Montag aus Protest gegen den Test ihre Sanktionen verschärft und geht dabei über die von den UN verabredeten Beschränkungen hinaus. Die russische Regierung lehnte am Dienstag neue Wirtschaftssanktionen ab, erklärte sich jedoch bereit, Maßnahmen zu unterstützen, die eine Verbreitung von Atomwaffen begrenzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konflikt in Korea: Nordkorea droht Süden mit Vernichtung"

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  • Frozeln hin-und Frozeln her, den Krieg beginnen ist nicht mehr schwer. die Strategien scheinen aufzugehen.

  • Die kapitalisitsche UDSSR exisitert nicht mehr, China ist "kapitalistischer" (Ironie) den je, Albanien hat sich dem Westen bereits geöffnet, Zypern bekommt nächstes WoEnde einen proeuropäischen Leader, Kuba braucht dringend Investitionen und das Nord Korea Regime wird bald auch nur noch Historie sein. Gut so, braucht nur noch etwas nachsichtige Geduld und vorallem weniger Weizen.

  • Lasst´ doch die kleine Fliege Nordkorea mit dem Tischtennisball spielen... wenn der große Adler mit dem Medizinball das Spielfeld betritt ist die Fliege sowieso platt!
    Leid´ tut mir dann nur das Volk in Nordkorea..

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