Konflikt in Syrien
Assads Regime zerfällt

In Syrien wechseln immer mehr Spitzenmilitärs die Seiten. Außenminister Westerwelle sieht dies als Anzeichen des Zerfalls des Assad-Regimes - während landesweit neue Kämpfe aufflammen.
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Beirut/AnkaraIn Syrien laufen immer mehr Vertreter von Staat und Armee zur Opposition über. Die von Rebellen gebildete Freie Syrische Armee berichtete von vier ranghohen Offizieren, die in den vergangenen Tagen Präsident Baschar al-Assad den Rücken gekehrt hätten und in ein Lager von Deserteuren in die Türkei geflohen seien. Zuvor war als bislang höchster Regierungsvertreter der stellvertretende Ölminister Abdo Hussameldin zur Opposition gewechselt.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle wertete die Absetzbewegungen als Beginn des Zerfallsprozesses des Assad-Regimes. Dessen Kräfte gingen mit unverminderter Härte gegen die Opposition vor und töteten am Freitag 31 Menschen.

Nach Darstellung der Freien Syrischen Armee sind mittlerweile sieben Brigadegeneräle zu den Rebellen übergelaufen. Von einem Vertreter der türkischen Außenministeriums erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Freitag, dass sich im Laufe des Tages zwei Generäle, ein Oberst und ein Feldwebel aus Syrien gemeldet hätten.

Sie gehörten zu einer Gruppe von 234 Menschen, die nach der Eroberung des Viertel Baba Amr in der Oppositionshochburg Homs in die Türkei geflohen seien. In den vergangenen Tagen hätten rund 800 Syrer die Grenze passiert.

Über die Lage der etwa 12.000 in der Türkei lebenden Flüchtlinge informierte sich die UN-Menschenrechtsbeauftragte Valerie Amos beim Besuch eines Lagers. Die Vereinten Nationen planen eine Hilfsaktion für 1,5 Millionen Menschen, denen es nach einem Jahr des gewaltsamen Vorgehens von Assad gegen eine Volkserhebung am Nötigsten mangelt. Nach Erkenntnissen der UN wurden seitdem mehr als 7500 Zivilisten getötet.

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