Konflikt mit Russland
Ukraine verdoppelt sein Militärbudget

Russland scheint zunehmend geneigt, einen Ausweg aus der Ukraine-Krise zu finden. Die Regierung drängt auf eine rasche Wiederaufnahme der Friedensgespräche. Unterdessen zieht die Ukraine 40.000 Wehrpflichtige ein.
  • 15

MoskauRussland hat erneut eine rasche Wiederaufnahme der Gespräche über den Konflikt in der Ostukraine angemahnt. Mit der jetzt erreichten Feuerpause bestehe die Chance auf Frieden, zitierte die Nachrichtenagentur Tass am Freitag Außenminister Sergej Lawrow. Es gebe eine konstruktive Grundlage für den Wiederaufbau der Wirtschaft in der Region sowie für einen politischen Dialog, der zu einer Verfassungsreform führen könne. Bislang gibt es keinen Termin für neue Verhandlungen.

Die Gespräche zwischen Vertretern Russlands, der Ukraine, der Separatisten in der Ostukraine und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa sollen in der weißrussischen Hauptstadt Minsk fortgesetzt werden. Dort hatten sich die Konfliktparteien Anfang September auf eine Waffenruhe und einen Zwölf-Punkte-Plan zur Beilegung des Konflikts geeinigt. In dem Konflikt sind seit Mitte April mehr als 4300 Menschen getötet worden. Russland steht an der Seite der Separatisten, bestreitet aber, sie mit Waffen und Kampftruppen zu unterstützen. Dies werfen westliche Staaten der Regierung in Moskau vor.

Inmitten des Konflikts im Osten des Landes hat die ukrainische Regierung mehr finanziellen Spielraum für die Armee und einen Ausbau der Truppen beschlossen. Am Freitag kündigte die Regierung in Kiew an, die Militärausgaben sollten mehr als verdoppelt werden. 2015 will die Armee überdies 40.000 Wehrpflichtige einziehen und 10.500 Berufssoldaten ausbilden. Die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der Ostukraine schien trotz sporadischer Schüsse weitgehend zu halten.

Das Militärbudget werde im kommenden Jahr auf 50 Milliarden Hrywnja (2,4 Milliarden Euro) aufgestockt, sagte Verteidigungsminister Stepan Poltorak im Parlament. Die Truppenstärke soll demnach von derzeit 232.000 auf 250.000 Soldaten erhöht werden. 2013 gehörten der Armee nur 130.000 Soldaten an.

Am Dienstag war erneut eine Feuerpause in der Ostukraine in Kraft getreten, die sich zunächst jedoch als brüchig erwies. Am Freitag verkündete Präsident Petro Poroschenko zwar, die Waffenruhe werde inzwischen weitgehend eingehalten, die Armee meldete jedoch sporadische Schüsse. Binnen 24 Stunden seien beim Beschuss ukrainischer Stellungen mindestens zwei Zivilisten verletzt worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konflikt mit Russland: Ukraine verdoppelt sein Militärbudget"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Putin fordert Frieden in der Ostukraine
    -------------
    Da sollte er erst einmal bei den Separatisten anfangen.
    Die hören doch nicht auf mit ihren Beschuss auf den Donezker Flughafen. Auch haben sie bisher noch keine Waffenruhe eingehalten.
    Und Putin unterstützt sie immer noch mit (schweren) Waffen und Soldaten. Und wie ist das mit Mariupol?

  • "Binnen 24 Stunden seien beim Beschuss ukrainischer Stellungen mindestens zwei Zivilisten verletzt worden."

    Seltsam sowas...

  • Sehr treffend zusammengefasst Frau Buschmann.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%