Konflikt mit Südkorea
Nordkorea will nicht mit sich reden lassen

China und die USA fordern Nordkorea zur Zurückhaltung und Verhandlungen auf. Auch Südkorea sucht das Gespräch über die Sonderwirtschaftszone Kaesong. Doch Kim Jong Un winkt ab.
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PekingNordkorea hat das Angebot Südkoreas zu Gesprächen über die Zukunft der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong zurückgewiesen. Das Gesprächsangebot sei eine "leere" und "bedeutungslose" politische Geste, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Komitees für die friedliche Wiedervereinigung Koreas am Sonntag der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Damit wolle der Süden seine wahre Absicht verschleiern, in den Norden einmarschieren zu wollen.

Der Beamte nannte zudem die gemeinsamen Militärübungen Südkoreas mit den USA sowie die Forderungen nach einem Ende des nordkoreanischen Atomprogramms als Hindernisse für einen Dialog über Kaesong. "Wenn der Süden es ernst meint mit den Gesprächen, sollte er zunächst die konfrontative Haltung aufgeben", sagte der Sprecher.

Im Zuge der aktuell angespannten Lage auf der koreanischen Halbinsel hatte Nordkorea zunächst südkoreanischen Arbeitern die Einreise in die gemeinsam von beiden Staaten betriebene Sonderwirtschaftszone, die in Nordkorea liegt, untersagt. Anschließend zog Pjöngjang seine eigenen 53.000 Arbeiter aus dem Industriekomplex ab und kündigte die vorübergehende Schließung der Anlage an. Seoul forderte Pjöngjang am Donnerstag auf, an den Verhandlungstisch zu kommen. Seit der Einrichtung der Sonderwirtschaftszone 2004 überstand der Komplex bislang beinahe jede Krise zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten.

Gleichzeitig haben Washington und Peking beschlossen, im Nordkorea-Konflikt enger zusammenarbeiten. Beide Seiten einigten sich auf unmittelbare Gespräche über die nächsten gemeinsamen Schritte. Hochrangige Vertreter der USA, darunter auch der amerikanische Generalstabschef, werden nach Angaben von US-Außenminister John Kerry bald für weitere Diskussionen nach China reisen. „Wir sagen zu Kim Jong Un und den Menschen in Nordkorea, dass sie die offensichtliche Wahl haben, uns zu folgen und eine Verhandlungslösung zu finden“, sagte Kerry nach einem Abendessen mit dem höchsten chinesischen Außenpolitiker, Staatsrat Yang Jiechi, am Samstag.

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China ist für Denuklearisierung

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  • zur nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel aufgerufen, nicht auf der nordkoreanischen.

    OK? jetzt mal langsam: koreanische Halbinsel ist nicht gleich Südkorea, oder? Koreanische Halbinsel = SÜdkorea + Nordkorea. OK? Sie können folgen?

    Wenn also nun die Chinesen zur Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel aufrufen, wen glauben Sie fordern sie dann zur Abrüstung auf?

    Sie wollen doch hier nicht allen Ernstes behaupten, dass China ein Krieg vor der Haustüre recht ist? Wo werden denn zB die Flüchtlinge hingehen, wenn nicht über den Fluss? Und dann haben wir es noch nicht über die militärischen Aktionen.

  • Das Handelblatt kapriziert sich auf Wunschvorstellungen. China ruft zu nuklearer Abrüstung auf, könnte gut heissen, die USA sollten nuklear abrüsten, zumal die KP sicher weiss, welche Ansichten der Westen über Nordkoreas hegt: keine Atomwaffen.
    Die chinesischen Staatsmedien haben die USA scharf für ihre Haltung zum Korea-Konflikt kritisert (gab's sogar in deutscher Übersetzung). Und Chinas Aussenminister Wang Yi hat beim Treffen mit US-Aussenminister John Kerry lediglich zur nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel aufgerufen, nicht auf der nordkoreanischen. Yi forderte Denuklearisierung, Frieden und Dialog. „Während die Vereinigten Staaten Nordkorea eine rücksichtlose Provokation und das Ignorieren internationaler Wünsche vorwerfen, facht Washington selbst die Flammen an“, schrieb Xinhua.

    Mein Reden. Oder?

    Xi nannte Nordkorea oder Kim Jong-un nirgendwo explizit.

    Ich denke, das wird noch ein böses Erwachen geben. China ist eine Blackbox, da sollte man weniger interpretieren und mehr nachdenken.
    China will nicht mit sich reden lassen. - So wird ein Schuh draus.






  • "sagte Li Keqiang offensichtlich mit Blick auf Nordkorea"? aha sind sie sich da ganz sicher?

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