Konflikt mit Ukraine
Gas-Stopp trifft Osteuropa

Jetzt wirkt sich der russische Gas-Lieferungsstopp offenbar doch über die Ukraine hinaus aus. Rumänien meldet, die Gaslieferungen seien am Freitag Abend um 30 bis 40 Prozent gesunken.

HB BUKAREST. Das sagte der Direktor der rumänischen Gasverteilungsgesellschaft Transgaz, Ioan Rusu, am Samstag. Man vermute, dass der Rückgang der Gaslieferung mit dem russisch-ukrainischen Gasstreit zusammenhänge, sagte Rusu weiter. Auch andere osteuropäische Staaten sind betroffen. Auch Polen hatte zuvor bereits einen Rückgang festgestellt.

Rumäniens Wirtschaftsminister Adriean Videanu habe nun für Samstag Vormittag eine Krisensitzung einberufen, berichtete der rumänische Fernsehsender Realitatea TV. Rumänien bezieht 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Der Rest kommt aus eigenen Gasvorkommen. Versorgungsengpässe für die Bevölkerung gab es zunächst nicht.

Widersprüchliche Angaben kommen aus Ungarn. Die ungarische Erdgas-Transportfirma FGSZ hat am Samstag Berichte dementiert, wonach die Gaslieferungen aus Russland zurückgegangen seien. Am Freitag sei die vertraglich festgelegte Menge Gas vollständig angekommen, sagte FGSZ-Sprecherin Edina Lakatos der Deutschen Presse-Agentur dpa. Auch für Samstag habe die ukrainische Gastransportfirma die komplette Lieferung zugesagt. Lediglich der Druck in der Pipeline entspreche nicht dem Vertrag, jedoch steige er ständig. Die EU-Kommission hatte am Freitag in Brüssel mitgeteilt, Ungarn beziehe derzeit nur noch 32 Millionen Kubikmeter, 10 Millionen weniger als vertraglich vereinbart.

Die EU hatte Russland und die Ukraine aufgefordert, ihren Gasstreit schnell zu beenden. Angesichts wachsender Bedenken in der EU über die russische Gaspolitik ist Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew unterdessen zu einer Reise durch mehrere europäische Länder aufgebrochen. Er traf am Samstag in Prag ein zu Gesprächen mit der tschechischen EU- Ratspräsidentschaft. Dort war eine Unterredung mit Europaminister Alexandr Vondra und eine anschließende Pressekonferenz geplant, wie eine Sprecherin der EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Nach Informationen russischer Medien will Medwedew anschließend Paris, London, Berlin, Wien und Brüssel besuchen.

Russland und die Ukraine streiten derzeit um unbezahlte Rechnungen und den künftigen Lieferpreis. Die Ukraine will in diesem Jahr für das Gas aus Russland höchstens 150 Euro je 1 000 Kubikmeter bezahlen und zudem mehr Gebühren für den Transit verlangen. Russland fordert mehr, allerdings immer noch deutlich weniger, als Westeuropa bezahlt. Da etwa 80 Prozent der russischen Gaslieferungen nach Europa durch die Ukraine geleitet werden, hat der von Gazprom verhängte Lieferstopp gegen das Land im Westen Sorge um die Sicherheit der Gasversorgung ausgelöst.

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