Konflikt mit Weißrussland
Putin will den Kali-Streit entschärfen

Eigentlich gelten Russland und Weißrussland als enge Verbündete. Doch der Streit um den Ausstieg des russischen Kaliproduzenten Uralkali aus einem gemeinsamen Konsortium wird nun zum Politik. Nun will Putin vermitteln.
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St. PetersburgRusslands Präsident Wladimir Putin dringt auf eine Lösung im Kali-Streit mit Weißrussland. Es sei nötig, den Konflikt beizulegen und eine Eskalation des Streits zu vermeiden, sagte Putin am Freitag am Rande des G20-Gipfels in St. Petersburg. Mit Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko habe er die Angelegenheit noch nicht besprochen. "Wir wollen das Problem lösen und es nicht in eine Sackgasse treiben - was sehr leicht möglich ist, wenn wir einen Wirbel darum machen", sagte Putin zu Journalisten. "Das Problem muss gelöst werden."

Der Konflikt entbrannte im Juli am Ausstieg des russischen Kaliproduzenten Uralkali aus dem gemeinsamen Handelskonsortium BPC mit der weißrussischen Staatsfirma Belaruskali. Uralkali und Belaruskali waren acht Jahre lang Partner bei BPC, das für 43 Prozent der weltweiten Kali-Exporte stand. Der Streit hatte sich Ende August zugespitzt, als Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner überraschend in Weißrussland festgenommen wurde.

Der Sprecher des russischen Präsidenten hatte zuvor am Freitag gesagt, dass Russland erst alle Vorwürfe gegen Uralkali prüfen müsse, bevor Schlüsse zu ziehen seien. Weißrussland trifft das Aus für die Kali-Allianz besonders empfindlich, da das Düngemittel einer der wichtigsten Devisenbringer für das Land ist, das von Präsident Lukaschenko seit 1994 mit harter Hand regiert wird. Kali macht in Weißrussland immerhin rund zehn Prozent aller Exporte aus und trägt zwölf Prozent zu den Einnahmen des Staates bei.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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