Konflikt
Schüsse an Seegrenze zwischen Nord- und Südkorea

Eigentlich hatte die nordkoreanische Armee nur Schießübungen angekündigt. Doch dann gingen auf der südlichen Seite der Seegrenze Artilleriegeschosse nieder. Südkorea schießt zurück – doch wohl nur ins Meer.
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Nord- und Südkorea haben sich an ihrer umstrittenen Seegrenze einen Schusswechsel geliefert. Das südkoreanische Militär erklärte am Montag, einige vom Norden aus abgefeuerte Geschosse seien in südkoreanisches Gebiet gefallen, daraufhin „hat unsere Seite zurückgefeuert“. Derweil wurden die Bewohner einer von Südkorea kontrollierten Insel in dem Gebiet angewiesen, sich in Notunterkünfte zu begeben. Einige hätten dem bereits Folge geleistet, sagte ein Behördenvertreter auf Baengnyeong der Nachrichtenagentur AFP.

Nordkorea hatte zuvor ein Manöver nahe der umstrittenen Seegrenze zu Südkorea angekündigt und damit die Spannungen in der Region erhöht. Der Norden habe die Regierung in Seoul über die geplante Militärübung nahe der Grenze im Gelben Meer informiert, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums. Dabei solle echte Munition verwendet werden. Ein Vertreter des Generalstabs sagte Reportern, der Norden sei informiert worden, dass zurückgefeuert werde, sollten über die Grenze geschossen werden. Die sogenannte Nördliche Grenzlinie war nach Ende des Korea-Kriegs 1953 von US-geführten Uno-Truppen einseitig beschlossen worden. Pjöngjang erkennt sie bis heute nicht an.

Nach Monaten der Zurückhaltung hatte Pjöngjang zuletzt seine Rhetorik verschärft und mehrmals Raketen getestet. Damit protestierte Nordkorea offenbar gegen laufende Militärübungen zwischen Seoul und Washington. So sieht die Führung um Kim Jong Un die Manöver als Vorboten einer Invasion, die USA und Südkorea betonen hingegen den rein defensiven und routinemäßigen Charakter der Operationen.
Am Sonntag drohte Pjöngjang mit einem vierten Atomtest. Laut Seoul gibt es jedoch keine Anzeichen für eine bevorstehende Detonation.

Im laufenden Jahr ließ die Führung des kommunistischen Staats schon vor dem Start des US-südkoreanischen Manövers erst dutzende Kurzstreckenraketen testen, am Mittwoch wurden dann zwei Mittelstreckenraketen vom Typ Rodong abgefeuert. Der Uno-Sicherheitsrat verurteilte dies, wodurch sich Nordkorea zusätzlich provoziert sieht. Bislang hat der abgeschottete Staat drei Mal Atombomben getestet – in den Jahren 2006 und 2009 sowie zuletzt im vergangenen Jahr.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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