Konflikt
Türkei weist Israels Botschafter aus

Die militärische Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Israel liegt auf Eis. Die Türkei erwartet von Israel eine Entschuldigung für die getöteten Aktivisten. Israel aber weigert sich.
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AnkaraWenige Stunden vor der geplanten Veröffentlichung des UN-Berichts über den blutigen israelischen Militäreinsatz gegen eine Gaza-Hilfsflotte im vergangenen Jahr hat die Türkei den israelischen Botschafter ausgewiesen. Die Regierung in Ankara begründete die Entscheidung am Freitag damit, dass sich Israel nicht für den Einsatz mit neun Toten entschuldigt hat. Außerdem wird die militärische Zusammenarbeit mit der Regierung in Jerusalem auf Eis gelegt.

Außenminister Ahmet Davutoglu erklärte am Freitag, die diplomatischen Beziehungen zu Israel würden künftig auf die Ebene der Staatssekretäre beschränkt. Der israelische Botschafter werde die Türkei bis Mittwoch verlassen. „Es ist Zeit, dass Israel einen Preis zahlt“, sagte Davutoglu. Das einst enge Verhältnis der beiden Staaten hatte sich nach dem Militäreinsatz gegen die Gaza-Hilfsflotte, bei dem im Mai 2010 neun türkische Aktivisten getötet wurden, deutlich verschlechtert.

Die Regierung in Jerusalem lehnt eine Entschuldigung kategorisch ab. In dem für heute erwarteten UN-Bericht werde keine israelische Entschuldigung gefordert, erklärte eine Gewährsperson. Israel hoffe, dass beide Staaten „zu der Zusammenarbeit zurückkehren, die der Eckpfeiler der regionalen Stabilität war“. Die Regierung geht den Angaben zufolge davon aus, dass der Bericht im Lauf des Tages von den Vereinten Nationen veröffentlicht werde.

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„Legitime Sicherheitsmaßnahme“

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  • welch Heuchler die Türken doch sind, die hätten vermutlich gleich das ganze Schiff versenkt und sich gefreut wie Schmitz Katze, dass der Westen eine Nachrichtensperre darüber verhengt hat...

  • und die wollen nach Europa, na Danke

  • http://www.youtube.com/watch?v=IUTEx6VnE4c&feature=related

    hier kann man sehen wie sich die türkische Armee auf unbewaffnete Demonstranten in Zypern reagiert. Keine Entschuldigung bis heute.

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