Konflikt um tote Touristin spitzt sich zu
Nordkorea weist südkoreanische Arbeiter aus

Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea wegen der tödlichen Schüsse im Juli auf eine südkoreanische Touristin am nordkoreanischen Geumgangsan-Gebirge drohen sich weiter zu verschärfen. Ein nordkoreanischer Militärsprecher kündigte nach Medienberichten an, Personal aus Südkorea in dem Tourismusgebiet im grenznahen Gebirge auszuweisen.

HB SEOUL. Von der Maßnahme sollen alle Personen betroffen sein, die das kommunistische Nordkorea als "unnötig" betrachte. Das südkoreanische Vereinigungsministerium kritisierte die Ankündigung als "unverständlich".

Die 53-jährige Südkoreanerin war vor knapp einem Monat an der Ostküste Nordkoreas von einem Soldaten erschossen worden. Nach nordkoreanischen Angaben war sie in ein Sperrgebiet eingedrungen und trotz Warnsignalen nicht stehengeblieben. Südkorea hat die Schilderungen Nordkoreas zum Hergang der Vorfalls angezweifelt.

Die Regierung in Seoul hatte nach dem Zwischenfall die von dem südkoreanischen Unternehmen Hyundai Asan veranstalteten Reisen zum Gebirge ausgesetzt. Im Rahmen des seit zehn Jahren betriebenen Tourprojekts befinden sich dort zurzeit noch mehr als 260 Südkoreaner. Das Projekt gilt als eines der sichtbarsten Symbole der innerkoreanischen Aussöhnungsbemühungen der vergangenen Jahre.

Der nordkoreanische Militärsprecher drohte zudem mit "starken militärischen Gegenaktionen selbst gegen geringste feindselige Handlungen in dem touristischen Gebiet". Südkoreas Forderung nach gemeinsamen Ermittlungen vor Ort zu den Todesumständen der Frau wies er nach Angaben der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA zurück.

Unterdessen spekulierten südkoreanische Medien über die Möglichkeit eines Treffens zwischen Südkoreas Präsident Lee Myung Bak und Nordkoreas protokollarischem Staatsoberhaupt und "Nummer zwei" in der politischen Hierarchie des Landes, Kim Yong Nam, am kommenden Freitag in Peking. Das Präsidialamt in Seoul kündigte an, dass Lee zur Eröffnungsfeier der Olympische Spiele nach China reisen werde. Dort wird zur gleichen Zeit auch Kim erwartet.

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