Konflikt
USA bereiten sich auf nordkoreanische Rakete vor

Das Säbelrasseln wird lauter: Nordkorea hat am Montag seine Drohungen gegen die USA fortgesetzt. US-Präsident Barack Obama betonte unterdessen, sein Land sei auf einen möglichen nordkoreanischen Raketenstart eingestellt.

HB WASHINGTON/SEOL. „Diese Regierung und unser Militär sind auf alle Eventualitäten vorbereitet“, sagte Obama im Fernsehsender CBS auf die Frage nach einem neuerlichen Raketentest des kommunistisch regierten Land am oder um den US-Nationalfeiertag am 4. Juli. Diese Bereitschaft sei jedoch nicht als Drohung mit einer militärischen Reaktion zu verstehen. Nordkorea hatte zuletzt Ende Mai einen Atomtest unternommen und damit eine Verschärfung von Uno-Sanktionen provoziert. Darauf könnte das verarmte Land nun mit dem Abschuss einer Langstreckenrakete Richtung Hawaii reagieren. US-Verteidigungsminister Robert Gates ordnete zusätzliche Schutzmaßnahmen für die Inselkette an.

Eine japanische Zeitung hatte in der vergangenen Woche berichtet, Nordkorea treffe Vorbereitungen für den Start einer Langstreckenrakete mit einer Reichweite von bis zu 6 500 Kilometern um den 4. Juli herum. Das Blatt berief sich auf eine Analyse des Verteidigungsministeriums in Tokio und Geheimdienstinformationen.

Nordkorea setzte hingegen am Montag seine Drohungen gegen die USA fort und drohte seinerseits für den Fall eines Angriffs mit Vergeltung. Die staatliche Zeitung „Rodung Sinmun“ schrieb in Anspielung an die jüngsten Atomwaffen- und Raketentests: „Die USA sollten sich genau anschauen, mit wem sie es zu tun haben.“ Nordkorea sei zu einer „stolzen Atommacht“ geworden.

Vor der Küste der koreanischen Halbinsel zeichnet sich unterdessen eine mögliche erste Konfrontation bei der Umsetzung neuer Uno-Sanktionen ab. Ein Zerstörer der US-Marine verfolgt nach einem Bericht des südkoreanischen Fernsehsenders YTN ein nordkoreanisches Schiff, das verdächtigt wird, Raketen und zugehörige Teile geladen zu haben. Der Frachter „Kang Nam“ soll auf dem Weg nach Birma sein. Das nach dem nordkoreanischen Atomtest vom 25. Mai verschärfte Waffenembargo der Vereinten Nationen ermächtigt die Uno-Staaten, verdächtige Schiffe zu durchsuchen.

Südkoreas Vereinigungsminister Hyun In Taek führte das jüngste Säbelrasseln des Nordens auf eine zunehmende soziale Instabilität zurück. Das habe Machthaber Kim Jong Il gezwungen, seine Machtbasis zu stärken, sagte Hyun am Montag. Kim sei wahrscheinlich bei guter Gesundheit, habe sich von seinem mutmaßlichen Schlaganfall erholt und könne nun normale Regierungsaktivitäten betreiben.

Im April hatte der 67-jährige Staats- und Parteichef den von ihm geleiteten einflussreichen Nationalen Verteidigungsrat durch die Berufung loyaler Generäle und seines Schwagers ergänzt, um seine Macht zu festigen. Zudem gibt es Berichte, denen zufolge Kim seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un als Nachfolger aufbaut. „Kim Jong Ils Machtbasis ist jetzt noch stärker“, sagte der südkoreanische Minister Hyun.

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