Konflikte
Entführte Reporter im Gazastreifen frei

Nach fast zwei Wochen Geiselhaft sind am Sonntag zwei im Gazastreifen verschleppte westliche Journalisten von ihren Entführern freigelassen worden. Dies bestätigten palästinensische Sicherheitskreise in Gaza.

dpa GAZA. Zwei im Gazastreifen verschleppte westliche Journalisten sind am Sonntag nach fast zwei Wochen Geiselhaft von ihren Entführern freigelassen worden. Der amerikanische Reporter Steve Centanni und sein Kameramann, der Neuseeländer Olaf Wiig, wurden vor einem Hotel in Gaza aus einem kurz anhaltenden Auto ohne Kennzeichen geworfen, berichteten Augenzeugen.

Die beiden Mitarbeiter des US-Fernsehsenders Fox TV waren am 14. August von maskierten bewaffneten Männern im Zentrum von Gaza entführt worden.

„Mir geht es gut, ich bin gesund und in guter Verfassung“, erklärte Centanni in einem ersten Live-Gespräch mit seiner Fernsehanstalt. Er dankte allen, die sich für seine Freilassung und die seines Kollegen eingesetzt hatten. Er beschrieb, wie sie vor fast zwei Wochen von den Bewaffneten am hell lichten Tag mitten in Gaza in ihrem Wagen überfallen und anschließend verschleppt wurden. In der Geiselhaft an einem unbekannten Ort im Gazastreifen mussten sie lange Berichte über ihre journalistische Tätigkeit verfassen und zum Islam konvertieren. „Man zwang uns dazu, mit der Waffe auf uns gerichtet“, sagte Centanni.

Centanni, Wiig und dessen Ehefrau Anita, die nach Gaza gekommen war, um sich in Fernsehbotschaften für die Freilassung der Beiden einzusetzen, verließen noch am Sonntag den Gazastreifen in Richtung Jerusalem. Der palästinensische Innenminister Said Siam erklärte auf einer Pressekonferenz, die Entführung habe „das Ansehen des palästinensischen Volkes schwer beschädigt“.

Zu der Tat hatten sich die bislang nicht in Erscheinung getretenen Heiligen Dschihad-Brigaden bekannt. Sie hatten zuletzt von der US- Regierung die Freilassung von muslimischen Gefangenen aus amerikanischer Haft verlangt und mit der Ermordung der Geiseln gedroht. Ein 72-stündiges Ultimatum der Gruppe war am Samstag verstrichen. Die Geiseln seien jedoch verschont worden, weil sie zum Islam übergetreten seien, hieß es in einem Video, das die Entführer am Sonntag kurz vor der Freilassung dem Büro des arabischen TV- Senders Al-Dschasira zukommen ließen.

Es handelte sich um die bisher am längsten dauernde Entführung von Ausländern im Gazastreifen. In der Regel kamen die Geiseln, die von kriminellen Banden ohne politische Agenda verschleppt wurden, nach mehreren Stunden wieder frei. Auch über die Entführer von Centanni und Wiig wird gemutmaßt, dass sie aus dem kriminellen Milieu stammen und den radikal klingenden Gruppennamen sowie die politischen Forderungen lediglich vorschoben.

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