Konfliktkösung
USA und Russland arbeiten für Syrien zusammen

Das neue Team für Syrien? Die USA und Russland haben ein Treffen ihrer Experten vereinbart, das eine „kreative Lösung“ für den Konflikt in Syrien hervorbringen soll. Doch so richtig überzeugt wirkt Russland nicht.
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Dublin/MoskauDie USA und Russland haben sich für eine „kreative Lösung“ für den blutigen Konflikt in Syrien ausgesprochen. Dazu sei in den kommenden Tagen ein „echtes brainstorming“ amerikanischer und russischer Experten zusammen mit dem UN-Syrienbeauftragten Lakhdar Brahimi nötig, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow in der Nacht zum Freitag in Moskau.

Lawrow war zuvor in der irischen Hauptstadt Dublin mit seiner US-Kollegin Hillary Clinton und Brahimi zu einem Gedankenaustausch über den Konflikt in Syrien zusammengekommen. Dabei sei über eine „kreative Lösung“ gesprochen worden, schrieb die „Washington Post“.

Ausgangspunkt der gemeinsamen Anstrengungen bleibe die im Sommer getroffene Genfer Vereinbarung. Damals hatten sich die Mitglieder des Weltsicherheitsrates geeinigt, dass Syrien eine Übergangsregierung erhalten solle. Auf Wunsch Moskaus soll aber auch Machthaber Baschar al-Assad nicht ausgeschlossen werden.

Lawrow blieb jedoch mit Blick auf die Erfolgsaussichten der neuen Initiative realistisch. „Es ist uns klar, dass wir nur eine geringe Chance haben“, sagte er nach Angaben der Agentur Itar-Tass. Dennoch solle versucht werden, zusammen mit Brahimi, dem Syrien-Beauftragten der UN und der Arabischen Liga, einen Weg zu einer Lösung zu finden.

Vor dem Treffen hatten Spekulationen über einen möglichen Einsatz von Giftgas im syrischen Bürgerkrieg für Unruhe gesorgt. Der US-Fernsehsender NBC berichtete, das Regime von Präsident Assad bereite den Einsatz von Fliegerbomben mit Nervengift vor.

Pentagon-Chef Leon Panetta sagte am Donnerstag in Washington, die Informationen, die die USA hätten, lösten „ernsthafte Besorgnis“ aus, dass ein solcher Schritt erwogen werde - gerade angesichts der militärischen Erfolge der Aufständischen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon schrieb Assad in einem Brief, ein Chemiewaffen-Einsatz wäre ein „abscheuliches Verbrechen mit schrecklichen Konsequenzen“.

Das Regime in Damaskus dementierte diese Berichte. „Wir haben gesagt, dass wir solche Waffen, falls sie denn in Syrien existieren sollten, nicht gegen das syrische Volk einsetzen würden“, versicherte Vize-Außenminister Mekdad.

Gleichwohl schüren Anhänger des syrischen Regimes Ängste vor Chemiewaffen in den Händen islamistischer Terroristen. Am Donnerstag tauchte im Internet ein Video auf, das angeblich zeigen soll, wie Al-Kaida-Terroristen in Syrien Tierversuche mit Nervengas machen. Unabhängige Beobachter äußerten jedoch Zweifel an der Authentizität.

 
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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