Konfliktlösung
Erste Zeichen der Hoffnung für den Kongo

Auch wenn der Uno-Sondergesandte Obasanjo die Rebellen überzeugen konnte, den Friedensprozess der Uno zu unterstützen, gehen die Kämpfe vorerst weiter. Nun mischt sich auch Bundespräsident Horst Köhler in die Diskussion ein. Er fordert einen europäischen Militäreinsatz, um die Lage ist Ostafrika zu entschärfen.

KAPSTADT. Trotz einer vereinbarten Waffenruhe liefern sich kongolesische Regierungstruppen und die Kämpfer des Rebellengenerals Laurent Nkunda in der ostkongolesischen Konfliktregion Nord-Kivu heftige Kämpfe. Obwohl Nkunda dem Uno-Sonderbotschafter Olusegun Obasanjo eine Unterstützung des Friedensprozesses versprochen hatte, werde in Riwindi, etwa 125 Kilometer nördlich der Provinzhauptstadt Goma, seit Anfang der Woche wieder gekämpft, sagte ein Sprecher der Uno-Truppen im Kongo.

Die 6 000 Mann starke Rebellenarmee Nkundas kämpft gegen die kongolesische Armee und mit ihr verbündete Milizengruppen um den Osten des Landes. Seit Ende August befinden sich nach Angaben von Hilfsorganisationen mindestens 250 000 Menschen auf der Flucht. Am Sonntag hatten sich der Uno-Sondergesandte Obasanjo und der Rebellenführer Nkunda zu einem Krisengespräch getroffen – mit einem eigentlich erfolgreichen Ende. Denn im Anschluss hatte Nkunda den Friedensprozess in dem Gebiet der großen Seen ausdrücklich unterstützt. Gleichzeitig erneuerte er jedoch seine Forderung nach direkten Gesprächen mit dem Regime von Joseph Kabila in der Hauptstadt Kinshasa. Obasanja, ein ehemaliger nigerianischer Staats- und Armeechef, warnte denn auch vor zu hohen Erwartungen: „Es ist wie beim Tango. Allein geht es nicht.“

Dennoch birgt Nkundas Äußerung einen Hoffnungsschimmer für die Region – zumal er gestern Abend auch noch ankündigte, „einseitig und sofort“ an zwei Fronten 40 Kilometer zurückweichen, um in diesen Zonen Platz für Uno-Blauhelme zu machen.

Noch vor ein paar Tagen hatte alles auf eine Ausweitung des Bürgerkriegs hingedeutet. Besonders besorgniserregend war die Ankündigung des angolanischen Außenministers Georges Chicoty, Soldaten seines Landes in den Kongo zu schicken. Den Zeitpunkt und die Stärke der Truppe ließ er jedoch offen. Die Angolaner würden die kongolesische Armee unterstützen, die dort vergeblich versucht, die Rebellenarmee Nkundas an ihrem Vormarsch zu hindern. Gerüchten zufolge wird Nkunda von der Regierung Paul Kagames im Nachbarstaat Ruanda mit Waffen und Logistik unterstützt – ein Vorwurf, den die Regierung dort vehement zurückweist.

Seite 1:

Erste Zeichen der Hoffnung für den Kongo

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%