Konfrontation
Südkoreanisches Schiff nach Nordkorea geschleppt

Ein südkoreanisches Fischerboot ist nach Angaben der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstagmorgen von einem nordkoreanischen Patrouillenboot aufgebracht worden. Nun wird das Schiff in Richtung Nordkorea geschleppt.

HB SEOUL. Wie es unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums in Seoul hieß, war das Schiff mit seiner vierköpfigen Besatzung vermutlich unabsichtlich in nordkoreanischen Gewässern unterwegs. Die südkoreanischen Behörden forderten die kommunistische Regierung Nordkoreas auf, Schiff und Besatzung unverzüglich freizugeben. In einer ersten Reaktion aus Pjöngjang hieß es, man prüfe den Fall.

Der Vorfall habe sich am frühen Morgen vor der koreanischen Ostküste im japanischen Meer ereignet. „Das Satelliten- Navigationssystem des Schiffes hat scheinbar nicht funktioniert“, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums laut Yonhap. Zu diesem Zeitpunkt habe sich das 29-Tonnen-Schiff etwa sieben Meilen innerhalb nordkoreanischer Gewässer befunden.

Anfang Juni waren zwei US-Journalistinnen vom höchsten Gericht Nordkoreas wegen illegalen Grenzübertritts und „schweren Verbrechen gegen die koreanische Nation“ zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager verurteilt worden waren.

Nordkorea ist nach einer Reihe von Raketentests international isoliert. Pjöngjang hatte im April seinen Rückzug aus den Sechser-Gesprächen über eine Beendigung seines Atomprogramms verkündet und gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beendet. Zuvor hatte der UN-Sicherheitsrat das kommunistische Land nach dem Test einer Langstreckenrakete verurteilt. Seit seinem zweiten Atomtest Ende Mai testete das Land immer wieder Raketen, so Anfang Juli, als Nordkorea nach südkoreanischen Angaben sieben Raketen mit einer Reichweite von 500 Kilometern ins Japanische Meer abfeuerte.

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