Konfrontationskurs
Nordkorea will Atomwaffenarsenal aufstocken

Nordkorea denkt nicht daran, sein Atomwaffenprogramm aufzugeben. Der Besitz von Kernwaffen soll in ein Gesetz gegossen werden. Eine neue Strategie soll die Atomrüstung und die Wirtschaftsentwicklung vorantreiben.
  • 8

SeoulNordkorea steuert weiter auf Konfrontationskurs gegen die USA und den Rest der Welt. Der kommunistische Staat will sein Arsenal an Atomwaffen vergrößern und parallel dazu auch seine marode Wirtschaft auf Vordermann bringen.

Einen Tag nach der Erklärung des „Kriegszustands“ mit Südkorea bekräftigte das Regime in Pjöngjang am Sonntag, seine Atomwaffen seien nicht verhandelbar - auch nicht gegen „Milliarden von Dollars“. Zudem wolle das verarmte Land eine „selbstständige Atomenergieindustrie“ und einen Leichtwasserreaktor bauen, um die Probleme bei der Stromversorgung zu mildern, hieß es in den Staatsmedien.

Das Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei habe nach der Weisung von Machthaber Kim Jong Un beschlossen, dass der Besitz von Atomwaffen „durch Gesetz festgeschrieben“ werden solle, hieß es ohne weitere Erläuterung. Der kommunistische Staat bezeichnet sich bereits in seiner Verfassung als Atommacht.

„Die Atomstreitmacht der Volksrepublik stellt das Leben der Nation dar“, wurde Kim Jong Un am Sonntag zitiert. Das Atomwaffenarsenal solle qualitativ und quantitativ erweitert und niemals aufgegeben werden, „solange die Imperialisten und Nukleardrohungen auf der Welt existieren“.

Zudem bekräftigte Kim demnach, die Entwicklung der Weltraumtechnologie, darunter auch Kommunikationssatelliten, zu beschleunigen. Das Zentralkomitee habe eine neue strategische Linie verabschiedet, „um den Aufbau der Wirtschaft und der Atomstreitmacht gleichzeitig zu betreiben“.

Papst Franziskus verlangte in seiner Osterbotschaft Weltfrieden und einen neuen Geist der Versöhnung und der Harmonie mit der Schöpfung. Ausdrücklich geißelte er auch den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel, wo Nordkorea mit Kriegsrhetorik die Welt herausfordert.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel hatten sich nach einem umstrittenen Raketenstart in Nordkorea im Dezember und dem dritten Atomtest des Landes im Februar deutlich verschärft. Der UN-Sicherheitsrat hatte die Sanktionen gegen Pjöngjang ausgeweitet.

Als Antwort auf die Sanktionsbeschlüsse und angesichts südkoreanisch-amerikanischer Militärübungen hatte Nordkorea zuletzt fast täglich neue Kriegsdrohungen gegen die USA und Südkorea ausgestoßen. Am Samstag hatte das Regime erklärt, dass alle Angelegenheiten zwischen beiden koreanischen Staaten ab sofort „nach den Vorschriften für Kriegszeiten“ behandelt würden.

Am Freitag hatte Nordkoreas Machthaber nach Berichten der staatlichen Medien per Befehl die strategischen Raketen des Landes für mögliche Angriffe in Bereitschaftsstellung versetzt. Der Befehl wurde als Reaktion auf Übungsflüge zweier Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe über Südkorea verstanden.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konfrontationskurs: Nordkorea will Atomwaffenarsenal aufstocken"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Der Mann ist bereits eindeutig zu weit gegangen.
    Hier ist dringend Handlungsbedarf, sonst haben wir einen Weltkrieg.
    Und dieser wird kein Ende finden.
    Meiner Meinung nach hat irgendeiner von "UNS" nach Nordkorea Technik, Rohstoffe und Hilfe beim Waffenbau geliefert. Aus diesem Grund wird hier nicht reagiert.

  • So ist das nunmal in Staaten die keine Presse-, Rede- und Meinmungsfreiheit haben. stellen Sie sich mal vor es gäbe ein Wahlalternative zur Einheistdiaktatur aber niemand wüßte davon ...

  • "Der Befehl wurde als Reaktion auf Übungsflüge zweier Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe über Südkorea verstanden."
    -------------------------
    Die würden doch einen Stealth-Bomber nicht mal sehen, wenn er direkt über sie hinwegfliegt, geschweige denn, ihn aus Operationsdistanz orten. M.W. ist das Militär von NK technisch auf dem Stand von vor ~50...60 Jahren.
    Ich habe den Eindruck, daß Kim & Co. nicht mal ansatzweise einschätzen können, auf was sie sich da ggf. einlassen. Die drehen doch inzwischen völlig ab.
    Heilige Makrele, hoffentlich findet dieser Zwerg die restlichen Spuren seines bißchen Verstandes wieder, bevor er in der Gegend für ein Blutbad verantwortlich zeichnet. Weder die Südkoreaner noch die USA werden stillhalten, wenn der einen Angriff gar mit dreckigen Atomwaffen startet, und wenn ich die Chinesen richtig einschätze, dann haben die inzwischen von Klein-Kim die Faxen dick. Die Zustimmung zu den Sanktionen seitens Chinas spricht doch Bände! Die Chinesen waren und sind immer gewiefte, klar denkende Kaufleute und an so einem Krieg läßt sich kein einziger Yuan verdienen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%