Kongo-Gipfel endet ohne konkrete Ergebnisse
Uno warnt vor Flächenbrand in Zentralafrika

Kein Ende des Blutvergießens im Kongo: Überschattet von neuen schweren Kämpfen im Osten des Kongo ist der Nairobi-Krisengipfel am späten Freitagabend ohne konkrete Ergebnisse zu Ende gegangen. Um das Blutvergießen zu stoppen, bedarf es nach Angaben von Beobachtern auch mehr als immer neuer Friedensappelle. Eine Hutu-Miliz entführte bereits einen deutschen Journalisten.

PRETORIA. Neben Kongos Staatschef Joseph Kabila nahm daran auch Ruandas Staatschef Paul Kagame teil, dem vorgeworfen wird, die Tutsi-Rebellen im Ostkongo militärisch und logistisch zu unterstützen. Kagame selbst beschuldigt im Gegenzug die internationale Gemeinschaft, die eigentlichen Gründe des Dauerkonflikts in der Region noch immer zu ignorieren. Für ihn liegt der wahre Grund für die Krise in der schwachen Zentralregierung des Kongos, die 1 500 km vom Konfliktherd entfernt in Kinshasa sitzt und es seit Jahren versäumt hat, die ruandischen Hutu-Extremisten in der Region zu entwaffnen.

Der Gipfel selbst schloss erwartungsgemäß mit der Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe in der von Kämpfen heimgesuchten kongolesischen Provinz Nordkivu und der Einrichtung eines humanitären für die inzwischen mehr als 250 000 Flüchtlinge in der Region. Außerdem sollen die bestehenden Absprachen vom Jahresbeginn nun auch umgesetzt werden. Der beim Krisengipfel ebenfalls anwesende Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte zudem ausdrücklich vor einer Ausweitung des Konflikts. Nach Uno-Angaben sind inzwischen auch Soldaten aus Angola auf Seite der kongolesischen Armee an den Gefechten beteiligt. Dies weckt ungute Erinnerungen an den letzten Kongo-Krieg von vor zehn Jahren, in dem sieben afrikanische Länder mit Truppen interveniert hatten.

Seit mehr als zwei Monaten wird im Osten des Kongos abermals erbittert gekämpft. Nach blutigen Gefechten zwischen der undisziplinierten kongolesischen Armee und der mit ihr verbündeten Mai-Mai Miliz auf der einen sowie Rebellen des aufständischen Tutsi-Generals Laurent Nkunda auf der anderen Seite sind im Ostkongo derzeit rund 250.000 Menschen auf der Flucht. Die Uno erwägt deshalb, ihre bereits 17 000 Mann starke Friedenstruppe in der Region weiter aufzustocken. Doch vorerst versucht die internationale Gemeinschaft, die Krise nach eigenem Bekunden "auf diplomatischem Wege" zu lösen und entsendet regelmäßig Emissäre in die Region.

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