Kongo
UN warnt vor neuer Gewalt durch Rebellen

Die UN-Mission im Kongo hat vor neuer Gewalt durch die Rebellengruppe M23 gewarnt. Trotz eines Friedensabkommens rekrutierten die Rebellen offenbar noch immer Kämpfer. Die erzielten Fortschritte seien in Gefahr.
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New YorkDie UN-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) warnt vor neuer Gewalt durch die Rebellengruppe M23. Es lägen "glaubhafte Informationen" vor, wonach die M23 trotz der Unterzeichnung des Friedensabkommens vom Dezember weiterhin Kämpfer rekrutiere, sagte MONUSCO-Chef Martin Kobler am Montag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York. "Wir dürfen kein militärisches Wiedererstarken der M23 tolerieren", sagte Kobler. "Wir dürfen das bisher Erreichte nicht in Frage stellen."

Die kongolesische Armee hatte die M23 mit Unterstützung der Eingreiftruppe der MONUSCO im November zurückgedrängt, im Dezember wurde in Nairobi ein Friedensvertrag zwischen der Regierung und den Rebellen unterzeichnet. Laut Kobler ist die Gruppe dennoch wieder in der Provinz Ituri im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo aktiv.

Der deutsche Diplomat forderte die Nachbarländer Uganda und Ruanda auf, alles zu tun, damit M23-Kämpfer auf ihrem Territorium keinen Unterschlupf finden oder trainieren können. UN-Experten und die Regierung in Kinshasa werfen den Regierungen in Kampala und Kigali vor, die M23 zu unterstützen. Beide Staaten weisen dies zurück.

Kobler versicherte in New York zugleich, dass die M23 militärisch besiegt sei. Es sei nun wichtig, die Kämpfer in die kongolesische Gesellschaft zu integrieren. Die MONUSCO wolle sich nun auf den Kampf gegen die ruandische Rebellenmiliz FDLR konzentrieren. Kobler forderte die kongolesischen Streitkräfte auf, dies ebenfalls zu tun und dabei stärker mit der MONUSCO zu kooperieren. Auch werde die MONUSCO in Kürze militärisch gegen die ugandische Gruppe ADF-Nalu vorgehen.

Die UN-Sonderbeauftragte für die Großen Seen, Mary Robinson, sagte in einer Telefonschaltung zum UN-Sicherheitsrat, die "positive Stimmung", die im Dezember im Kongo geherrscht habe, sei seit Angriffen auf die Regierung von Präsident Joseph Kabila am 30. Dezember in Kinshasa und Lubumbashi vorbei. "Die Region erlebt eine neue unruhige Zeit."

Das an Bodenschätzen reiche Länderdreieck mit Uganda und Ruanda ist seit gut 20 Jahren Hauptschauplatz der nicht enden wollenden Gewalt in der Demokratischen Republik Kongo.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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