Kongress-Ausschuss
Blackwater-Chef verteidigt Vorgehen im Irak

Der Chef der privaten amerikanischen Sicherheitsfirma Blackwater hat die Kritik an der Tätigkeit seines Unternehmens im Irak entschieden zurückgewiesen.

HB WASHINGTON. Das Vorgehen der Mitarbeiter sei angemessen gewesen, erklärte Erik Prince, Gründer des Unternehmens und ehemaliges Mitglied einer Eliteeinheit der US-Marine am Dienstag vor einem Kongress-Ausschuss in Washington.

Die Kritik an seinem Unternehmen basiere auf falschen Informationen und die Abgeordneten sollten den Anschuldigungen keinen Glauben schenken, bevor nicht alle Fakten auf dem Tisch lägen, fügte er hinzu.

„Ich glaube, wir haben uns immer angemessen verhalten“, sagte Blackwater-Gründer Erik Price am Dienstag vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Die Firma ist nach einer tödlichen Schießerei in Bagdad ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Die amerikanische Bundespolizei FBI hat die Entsendung von Ermittlern nach Bagdad beschlossen, die dort das Verhalten privater Söldner bei der Schießerei am 16. September untersuchen sollen. Die Ermittlungen zum Vorgehen von Blackwater folgen einer Bitte des Außenministeriums in Washington, wie FBI-Sprecher Richard Kolko am Montag mitteilte. Dabei werde auch eine strafrechtliche Verantwortung geprüft, sagte Kolko.

Bei der Schießerei kamen mindestens elf unbewaffnete Iraker ums Leben. Danach setzte die irakische Regierung die Lizenz für Blackwater aus, das Außenministerium unterbrach die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen für den Schutz von diplomatischen Konvois außerhalb der streng gesicherten Grünen Zone in Bagdad.

Prince wies in seiner vorbereiteten Erklärung, die der Nachrichtenagentur AP vorab vorlag, den Vorwurf zurück, den Tod irakischer Zivilpersonen vertuscht zu haben. Der Blackwater-Chef wiederholte die Darstellung, dass seine Leute bei dem Vorfall am 16. September beschossen worden seien und das Feuer erwidert hätten. Augenzeugen und die irakische Regierung haben dieser Darstellung jedoch widersprochen.

Das 1997 gegründete Unternehmen ist das größte der drei privaten Sicherheitsunternehmen mit Aufträgen des US-Außenministeriums. Aus dem Bericht eines Kongressausschusses geht hervor, dass Blackwater seit 2001 mehr als eine Milliarde Dollar (770 Millionen Euro) aus Regierungsaufträgen erhalten hat.

Der Vorsitzende des Ausschusses für Aufsicht und Regierungsreformen, der demokratische Abgeordnete Henry Waxman stellte die Frage, ob dies wirklich im Sinne des Steuerzahlers sei. Für Blackwater sei dies zweifellos ein lohnendes Geschäft, meinte Waxman. Der Vorfall sei nur der jüngste einer ganzen Serie von „bedenklichen“ Ereignissen derselben Art. „Blackwater kann dafür zur Rechenschaft gezogen werden“, betonte der Demokrat.

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